DMT Arena

DMT Arena: Thesen zur Zukunft der Autoindustrie

Professor Dr. Stefan Bratzel spricht bei der DMT Arena in Hannover über Thesen zur Zukunft der Autoindustrie und der Mobilität.

Unter der Überschrift „Wem gehört die Stadt“ findet am 14. November ab 18 Uhr im Hannover Congress Centrum (HCC) die DMT-Arena statt. Im Rahmen dieser Abendveranstaltung werden Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nicht nur über wichtige Fragen diskutieren, vor denen die individuelle Mobilität im urbanen Bereich heute und morgen steht, sondern sie werden auch den Gästen Rede und Antwort stehen.

Prof. Dr. Stefan Bratzel
Prof. Dr. Stefan Bratzel. Foto: CAM

Keynote-Speaker der Veranstaltung ist Professor Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch-Gladbach. Das Thema seines Vortrages lautet „Szenarien einer mobilen Zukunft – Thesen zur Zukunft der Autoindustrie und Mobilität“.

In diesem Vortrag wird Prof. Bratzel folgende Punkte analysieren:

  • Autoindustrie im Kampf der Welten (Mobility Provider/Big Data Player)
  • E-Mobilität: Die RIP – Erfolgsfaktoren – Reichweite-Infrastruktur-Preis/Markt- und Innovationsführer bei der E-Mobilität/ Szenarien
  • Die KoKoKO-Herausforderungen (Kompetenzen/Kooperationen/Kultur und Organisationstrukturen) in den Zukunftsfeldern (Connected Car, Autonomes Fahren und Mobility Services)
  • Connected Car und neue Geschäftsmodelle
  • Kundentrends und neue Mobilitätsdienstleistungen
  • Ökosysteme Dienstleistungen und Erfolgsbedingungen

In der anschließenden Podiumsdiskussion werden sich unter anderem Dr. Stefan Birkner, Fraktionsvorsitzender FDP Niedersachsen und ehemaliger Umweltminister, Christian Bebek, Leiter der Verkehrsabteilung der IHK Hannover, sowie der Mobilitätsberater Peter Löck mit den Fragen rund um das Thema „Wem gehört die Stadt“ beschäftigen.

Die Zuschauer werden die Möglichkeit haben, Fragen an die Teilnehmer zu stellen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Franz W. Rother, Chefredakteur des Branchenblattes für E-Mobilität Edison.

Veranstaltet wir die DMT Arena von der DMT.events GmbH & Co KG und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF).

Der Eintritt ist frei.

HyBird

HyBird: Auch der Flugverkehr kann elektrisch(er) werden

Die Studie HyBird könnte den Weg weisen: Auch der Flugverkehr bietet noch viel Potenzial. Studierende in Deutschland und USA haben sich Gedanken gemacht.

Auch der Flugverkehr wird sich in Zukunft stärker um den Klimaschutz bemühen müssen. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen der NASA/DLR Design Challenge 2019 Studierende aus Deutschland und USA dazu aufgerufen, kleine und effiziente Fluggeräte für Passagier- und Frachtverkehr zu entwerfen. Neben dem Konzept BW-1 “Big Skipper” von Studenten der University of California wurde das HyBird-Konzept eines Teams von fünf Studenten der Universität Stuttgart als Sieger gekürt.

Beim HyBird handelt es sich um ein kleines Flugzeug für neun Passagiere oder einer Tonne Fracht, dass sich durch einen ungewöhnlichen Hybridantrieb auszeichnet. Für den Vortrieb sind insgesamt vier elektrisch getriebene Propeller verantwortlich, die während des Flugs von bis zu zwei Gasturbinen mit Strom versorgt werden. Je ein Propeller befindet sich an den beiden Tragflächenenden, die anderen an den Enden des V-förmigen Leitwerks. Beim Starten soll der Flieger dank eines Coanda-Hochauftriebssystems und eines Elektroboosts Starts auf kurzer Distanz erlauben.

Eine Turbine reicht in Flugbetrieb

Im Flugbetrieb liefern die Turbinen den Strom, wobei sich zur Effizienzsteigerung bei Bedarf eine Turbine abschalten lässt. Ebenfalls umweltfreundlicher soll sich der HyBird auf dem Flugfeld bewegen, wo ihn elektrische Fahrwerksmotoren geräuschlos antreiben. Neben Effizienz standen auch autonome Flugfähigkeiten im Lastenheft, die der HyBird als Transportflieger zeigen kann. Im Passagierbetrieb wird es hingegen einen Piloten geben, der von den Systemen unterstützt wird. Die Verantwortlichen des Konzepts glauben, dass ein Markteintritt des HyBird bereits 2025 möglich sein könnte.

Beim Big Skipper versprechen die Macher ebenfalls sehr kurze Starts als auch Landungen sowie eine Verringerung des Spritverbrauchs um ein Drittel. Effizienzvorteile soll der Zwei-Propeller-Turboprop-Flieger durch ein strömungsoptimiertes Design sowie leichte Verbundwerkstoffe generieren. Grundsätzlich wurden auch hier Techniken für einen autonomen Flugbetrieb angedacht. SP-X

Energiewende

Energiewende im Verkehr im kommunalen Umfeld

Die NOW-Broschüre „Energiewende im Verkehr im kommunalen Umfeld“ aus der Begleitforschung „Vernetzte Mobilität“ ist nun online verfügbar.

Die Broschüre der Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW) setzt sich mit der Kopplung der Sektoren Verkehr und Strom für Kommunen, Stadtwerke, Verteilnetzbetreiber und Verkehrsunternehmen auseinander und richtet sich vor allem an Kommunen und kommunale Unternehmen, die sich mit dem Thema Energiewende im Verkehr (Sektorenkopplung) beschäftigen wollen. Es wird aufgezeigt, welche Handlungsmöglichkeiten die Kommunen, Stadtwerke, Verteilnetzbetreiber und Verkehrsbetriebe haben sowie in welcher Beziehung diese Akteure zueinander stehen.

Energiewende
Die Broschüre der NOW. Foto: NOW

Durch einen engen Bezug zur Praxis kann diese Broschüre dazu beitragen, dass verstärkt lokal erzeugte regenerative Energie in den Verkehrsbereich gebracht wird und somit die Elektromobilität umweltfreundlicher umgesetzt werden kann. Was die kommunale Verwaltung und die kommunalen Unternehmen im Einzelnen unternehmen können, um die Sektorenkopplung voranzutreiben, wird in den Kapiteln 2 bis 5 dargestellt. Im Kapitel 6 wird auf mögliche Finanzierungsmodelle eingegangen, bevor in Kapitel 7 ein Einblick in die Techniken und Rahmenbedingungen gegeben wird, die bei der Sektorenkopplung zum Einsatz kommen.

Leitgedanke ist die Verknüpfung

Der Leitgedanke der Sektorenkopplung (SK) ist die Verknüpfung der bisher meist getrennt betrachteten Sektoren Strom, Verkehr, Wärme und Industrie, mit dem Ziel, CO2-Emissionen zu reduzieren. Dabei zielt die Sektorenkopplung auf eine ganzheitliche Betrachtung aller Sektoren ab und ermöglicht die energetische Optimierung über die Sektorengrenzen hinweg. Damit geht die Verringerung des Energieverbrauchs durch die Nutzung effizienter Technologien und optimierter Energiewandlungsketten einher.

Mit dem Fokus auf erneuerbaren Energien (EE) als Energiequelle und der Kopplung der Sektoren ist es ein weiteres Ziel, die Dekarbonisierung aller Sektoren einzuleiten. Ein zusätzlicher Leitgedanke der Sektorenkopplung ist es, das fluktuierende Energieangebot von Wind und Photovoltaik (PV) durch eine intelligente Steuerung von flexiblen Verbrauchern weitestgehend vollständig zu verwerten. Strom, der nicht dargebotsabhängig verbraucht wird, kann direkt in Stromspeichern gespeichert werden, mittels SK-Technologien in andere Sektoren wie etwa Wärme überführt oder als Gase gespeichert werden.

Enge Verzahnung der Anwendungsbereiche

Der Verbrauch der gespeicherten Energie kann innerhalb desselben Sektors oder nach Umwandlung in einen anderen Sektor erfolgen. Insgesamt erfolgt durch die Sektorenkopplung eine engere Verzahnung und Verknüpfung der verschiedenen Anwendungsbereiche und eine Zunahme von Verzweigungs- und Umwandlungsstellen im Energiesystem. Verzweigungsstellen sind hier neue, flexible Verbraucher und Speicher. Bei der Definition der Sektoren existieren unterschiedliche Einteilungen. Gebräuchlich ist die Unterscheidung der Sektoren nach der Energiewirtschaft (d. h. Stromerzeugung), Verkehr, Wärme und Industrie. Damit die Sektorenkopplung umgesetzt werden kann, muss der Ordnungsrahmen angepasst, die Netze und die daran angeschlossenen Anlangen digitalisiert sowie Standards für die Kommunikation und Regelung etabliert werden.

Den Download der Broschüre gibt es hier. Die Sektorenkopplung wird auch Thema auf dem Deutschen Mobilitätstag sein. red/Titelfoto: pixabay

Umdenken

Der Rebound-Effekt oder: Was gut klingt muss nicht immer gut sein

Wenn gute Vorsätze sich ins Gegenteil verkehren: Warum wir den Rebound-Effekt nicht unterschätzen sollten.

Kennen Sie den Rebound-Effekt? Nein? Sollten Sie aber. Denn der Rebound-Effekt lauert hinter allen Einsparpotenzialen und droht, deren positiven Effekte zu vernichten. Sie gehört zur derzeit hochkochenden Mobilitätsdiskussion dazu wie der SUV, der als Symbol für alles Verabscheuungswürdige steht.

Es geht um Effizienz. Die moderne Technologie soll uns ermöglichen, unseren Lebensstil weitgehend aufrecht zu erhalten, während die Umweltschäden zurückgedrängt werden, indem wir weniger CO2 emittieren. Nehmen wir als Beispiel die Glühbirne. Die neuen Energiesparlampen verdrängten zu Beginn der Nullerjahre die bewährten Glühlampen. Doch die Rechnung ging nur teilweise auf, denn die eingesparte Energie ging (und geht) dadurch zum Teil wieder verloren, dass Verbraucher mehr Lampen nutzten oder sie länger brennen ließen. Auch emittieren sie nicht so viel Hitze, so dass mehr geheizt werden muss.

Nach dem Rebound- droht der Backfire-Effekt

Und noch eine persönliche Bemerkung: Die „unkaputtbaren“ Leuchtmittel erwiesen sich zumindest in meinem Haushalt als durchaus kaputtbar – und beim Zerbrechen dieser muss man aufpassen, dass man sich keine Quecksilbervergiftung zuzieht.

Diese Nachteile fressen die Effizienz wieder auf. Ist der Rebound-Effekt so stark, dass er die Vorteile sogar ganz tilgt, dann spricht man von „Backfire“, im Volksmund auch vom Eigentor. Beispiel gefällig? Die vielzitierten E-Scooter. Sie gehen viel schneller kaputt als prognostiziert, landen in Flüssen, müssen nachts abtransportiert (mit Diesel-Transportern) und geladen werden (mit Grünstrom?) und erfüllen nicht den Zweck, den man ihnen zuschrieb: nämlich innerstädtische Fahrten vom Auto auf den Roller zu verlagern. Vielmehr werden Wege, die zuvor zu Fuß zurückgelegt wurden, nun per E-Scooter bewältigt. Von der Produktion und Entsorgung derselben ganz zu schweigen.

Ein überaus komplexes System

Rebound Effekt
Ein Elektroauto, das auch für Emotionen sorgt: Tesla Model S. Foto: Tesla.

Was lernen wir daraus? Für die Umgestaltung eines so komplexen Systems wie den Verkehr und die Mobilität des Einzelnen sollte man sich jeden Schritt genauestens überlegen, die Komplexität des Systems nicht unterschätzen und vor allem den zentralen Faktor einbeziehen, der über den Erfolg des Wandels entscheidet: den Menschen.

Das ist keine leichte Aufgabe, kann man doch kaum einschätzen, wie die Bürgerin und der Bürger auf ein Angebot oder auf Einschränkungen reagieren. Für viele steht das Auto als Garant ihrer persönlichen Freiheit, für privaten Raum, für Emotion, für den Transport von Gütern. Sie betrachten es als Hobby, dessen Pflege sie sich widmen und im Falle von Oldtimern für die Liebe zu vergangenen Zeiten. Diese Beziehung zu ersetzen können öffentliche Transportmittel freilich nicht leisten. Menschen mit „Benzin im Blut“ rümpfen angesichts der Alternativen nur die Nase.

Ist das E-Auto emotional?

Vielleicht kann das Elektroauto diese Beziehungen irgendwann auch knüpfen – eben dann, wenn sich der Autobürger an den soundlosen Charakter gewöhnt hat und es hip findet. Tesla ist hier eindeutig ein Vorreiter, und die Verdienste dieser Marke und seines Schöpfers Elon Musk können diesbezüglich gar nicht genug gewürdigt werden.

Doch auch beim E-Auto droht ein Rebound-Effekt. Das umweltfreundliche Image verleitet Menschen, noch mehr Wege auf vier Rädern zu absolvieren als zuvor. Und das ist keinesfalls umweltfreundlich. HM

Lastenrad

Lastenrad Ca Go Bike: Die nächste Stufe des Cargorads

Das Lastenrad könnte helfen, die Innenstädte zu entlasten. Ein Hersteller hat nun ein Rad entwickelt, das einen höheren Reifegrad erreicht.

Mobilität zu verändern wird nicht in allen Bereichen gleichzeitig funktionieren. Auf dem Land dürfte das Auto noch längere Zeit das zentrale Verkehrsmittel bleiben, während alternative Konzepte in der Stadt eine bessere Chance zur Umsetzung haben werden. Diese den Bürgern nahezubringen beginnen immer mehr Kommunen.

So gibt es im Zentrum der Europäischen Mobilitätswoche (EMW) in diesem Jahr das Zufußgehen. Vom 16. bis 22. September zeigen 73 deutsche Kommunen, wie Fußverkehr und nachhaltige Mobilität in der Praxis funktionieren. Unter anderem wird in Baesweiler, Kassel, Herne und Weimar die Wartezeit an Fußgängerampeln durch Quizfragen verkürzt, in anderen Städten können sich Passanten bei „Zebrastreifen-Aktionen“ im Stil des berühmten Beatles-Plattencover „Abbey Road“ fotografieren lassen.

Ca Go Bike: Start im Frühjahr 2020

Aber auch andere Verkehrsmittel sind seit vielen Jahren bewährt und lassen sich ausbauen. So sieht man im europäischen Ausland schon jede Menge Lastenräder, die nicht nur dazu dienen, Lasten zu transportieren, sondern auch zum Transporter der Kinder. Hierzulande gibt es zwar auch schon einige Modelle, doch in der breiten Masse sind sie noch nicht zu erblicken.

Dabei werden die Konzepte innovativ weiterentwickelt. Ca Go heißt eine neue Lastenradmarke aus Deutschland, die ab Frühjahr 2020 ihr Erstlingswerk auf den Markt bringen wird. Das Ca-Go-Bike bietet in Hinblick auf Ausstattung, Technik und Clever-Lösungen einen deutlich höheren Reifegrad als viele derzeit übliche Cargoräder.

Lastenrad
Die EPP-Cargobox lässt sich mit entsprechendem Deckel wasserdicht verschließen. Fotos: Ca Go

Ins Leben gerufen wurde die neue Marke von Franc Arnold, der bereits Anfang der Nullerjahre den Zubehörhersteller Ergon für ergonomische Fahrradkomponenten gegründet hat. An der Entwicklung seines neues E-Lastenrads waren Ingenieure der Auto- und Zweiradindustrie beteiligt.

Transportbox nicht aus Holz

Wichtigstes Element des 2,70 Meter langen und 70 Zentimeter breiten Long-John-Modells ist eine aus leichtem und stabilem Kunststoffschaum EPP gefertigte Transportbox. Diese bietet einen erhöhten Aufprallschutz, denn anders als etwa Holzboxen ist sie nachgiebig, crash-absorbierend und splitterfrei. Der Sicherheit der Insassen zuträglich sind zwei ergonomische Einzelsitze mit höhenverstellbaren Kopfstützen, Fünf-Punkt-Sicherheitsgurten mit Magnetverschlüssen und sogar Isofix-Halterungen. Letztere erlauben die sichere Befestigung von Babyschalen. Die hohe Schulterlinie der Box verhindert zudem, dass Kinder ihre Arme nach außen lehnen.

Alternativ lassen sich die Sitze ohne lästige Montagearbeit nach oben klappen und geben damit den Platz frei für mehr Gepäck. 200 Liter fasst die Box, die sich mit einem dazu passenden Deckel sogar wasserdicht verschließen lässt. Das zulässige Gesamtgewicht des knapp über 40 Kilogramm schweren Rads soll bei 250 Kilogramm liegen. Den Transportalltag erleichtern optionale Lösungen wie Gepäcknetze oder ein abschließbarer Deckel.

Zwei 625-Wh-Akkus an Bord

Beim Antrieb kommt der erst kürzlich eingeführte Cargo-Line-Mittelmotor von Bosch zum Einsatz, der sich mit bis zu zwei 625-Wh-Akkus kombinieren lässt. Im Doppelpack sind die vor Stößen in einer Art Tresor unter der Cargobox gesicherten Batterien reichweitentechnisch über jeden Zweifel erhaben. Kombiniert wird der stellenweise in EPP-Schaum gekapselte E-Motor mit einem leisen und sauberen Riemenantrieb sowie einer stufenlosen Enviolo-Nabenschaltung. Auch bei den anderen Komponenten wie den Magura-Scheibenbremsen, hinten mit 4-Kolben-Sattel, oder der Supernova-Beleuchtung überzeugt das Ca Go. Zudem gibt es SKS-Schutzbleche, eine Seilzuglenkung mit Servofunktion und eine Federgabel fürs Vorderrad.

Angesichts des gehobenen Ausstattungsniveaus wird auch der Preis hoch ausfallen. Rund 5.500 Euro dürfte die Basisversion kosten. Das Ca Go lässt sich ab Anfang Oktober online vorbestellen. Im Frühjahr 2020 soll es dann in Deutschland offiziell auf den Markt kommen. HM/SP-X