Maxus

Maxus nun mit eigenem Händlernetz

Die chinesische Nutzfahrzeugmarke Maxus wird nun auch von rund 20 Händlern in Deutschland vertrieben. Zwei E-Modelle im Angebot.

Die chinesische Nutzfahrzeugmarke Maxus startet nun mit eigenen Händlern auf dem deutschen Markt. Bislang wurden die Fahrzeuge per Langzeitmiete vor allem von der Maske Fleet im Rahmen der Langzeitmiete, aber auch zum Kaufen vertrieben. Nun will die Marke weiter expandieren: Rund 20 Händler hat der Generalimporteur Maxomotive nach eigenen Angaben bereits gewonnen, Ende 2021 soll es 60 Standorte geben. Mittelfristig sind 150 Partner anvisiert.  Zu sehen zu fahren war der Maxus EV80 auch am 1. Oktober auf der DMT Arena im Hannover Congress Center.

Preise ab 34.990 Euro

Maxus

Werbung für die DMT Arena am 1. Oktober in Hannover: der Maxus EV80. Foto: Schulte

Zum Start gibt es zunächst drei Modelle, davon zwei elektrisch angetrieben. In der Ein-Tonnen-Klasse startet der e-Deliver 3 zu Nettopreisen ab 34.990 Euro, den es in zwei Längen und in zwei Batterievarianten gibt. Maximal sind 240 Kilometer Reichweite drin. Eine Klasse größer fährt der EV80 für mindestens 52.400 Euro vor, der mit rund 200 Kilometern Reichweite aufwartet. Wer längere Strecken zurücklegen will, wählt den Deliver 9 mit Dieselmotor; das von Mutterkonzern SAIC entwickelte 2,0-Liter-Triebwerk kommt auf 120 kW/163 PS. Für das kommende Jahr ist eine Elektro-Variante namens e-Deliver 9 angekündigt.

Rund 600 Fahrzeuge will Importeur Maxomotive, Tochter der belgischen Alpoca-Gruppe, im ersten Jahr absetzen. Die Lieferfrist für die Fahrzeuge soll maximal 5 Monate betragen, Ersatzteile sollen über Nacht zu bekommen sein. Zu diesem Zweck unterhält die Gruppe in Antwerpen ein zentrales Fahrzeug- und Teilelager. HM/SP-X

Unser Testvideo:

Maxus EV80

Maxus EV80: Mit dem E-Transporter unterwegs

Der SAIC Maxus EV80 ist eines der (Elektro-)Fahrzeuge, die bei der DMT Arena für Fahrten bereit stehen. Hier erste Erkenntnisse.

Im Rahmen der DMT Arena am 1. Oktober im HCC Hannover kann man verschiedene Fahrzeuge mit unterscheidlichen Antriebskonzepten fahren. Unter anderem den SAIC Maxus EV80, eine rein elektrisch betriebener Transporter.

Eckhard Schulte hat diesem einen Anhänger verpasst, ist für die Veranstaltung Werbung gefahren und hat den Maxus gut kennen gelernt. In einem kleinen Film hat er seine Erfahrungen zusammen gefasst.

Auf dem Gelände des Hannover Congress Center (HCC) gibt es ab 13.30 Uhr Vorträge zu Mobilitätsthemen sowie die Möglichkeit, sich an Ständen mit neuen Technologien und Produkten bekannt zu machen. Zudem stehen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben für Testfahrten bereit – unter anderem der VW ID.3.

Und nicht nur der ID.3 wird vor Ort sein, Volkswagen Automobile Hannover bringt auch die beiden Plug-in-Hybride Golf GTE und den Passat GTE mit – auch mit diesen kann man Testfahrten unternehmen. Als besonderes Schmankerl hat man auch einen auf Elektroantrieb umgerüsteten T6 den Tuners ABT im Gepäck.

Toyota und Renault vertreten

Auch das Autohaus Ahrens engagiert sich bei der DMT Arena mit interessanten Testwagen. So kann man das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai, den elektrischen Renault Zoe, den Renault Captur Plugin sowie den Toyota RAV4 Hybrid begutachten und fahren.

Es gibt mittlerweile auch Firmen, die Verbrenner-Fahrzeuge auf Elektroantrieb umrüsten. So bringt das Hannoveraner Unternehmen Advanced Drive Technologies einen umgebauten VW T6 mit.

Und nicht zu vergessen: das eRockit, ein Zweirad zwischen Fahrrad und Motorrad. Auch das eRockit kann man testen. HM/Titelfoto: Schulte

Hier finden Sie eine Übersicht der Fahrzeuge bei der DMT Arena sowie weitere Infos zur DMT Arena.

Weitere Infos zum Programm der DMT Arena, zu den Vorträgen und der Podiumsdiskussion finden Sie hier.

Ford Transit PHEV: Emissionsfrei in die City

Der Ford Transit PHEV kombiniert beide Welten und könnte vor allem für Flottenbetreiber und Handwerker eine Alternative sein.

Für Unternehmen, die Waren in die Innenstädte transportieren müssen, ist es derzeit schon schwierig, über Neuanschaffungen nachzudenken. Wie werden sich die Städte wandeln? Gibt es noch mehr Fahrverbote? Und nicht zuletzt: Möchte auch ich den Wandel aktiv unterstützen? Doch die Auswahl an elektrifizierten Transportern ist derzeit noch nicht allzu groß. Es gibt die großen Kastenwagen Renault Master und Iveco Daily, Mercedes und VW ziehen mit E-Sprinter und E-Crafter nach. Eine Klasse darunter sieht es kaum besser aus. Mercedes offeriert hier den rein elektrischen E-Vito beziehungsweise dem Personentransporter EQV. VW den VW-Bus T6.

Hier setzt nun Ford an mit dem Transit Custom PHEV, also in der Bulli-Klasse. PHEV steht für Plug-in-Hybrid, also ein Fahrzeug, das beide Herzen an Bord hat: einen E-Motor sowie einen Verbrenner, der einspringt, wenn der Akku leer ist. Anders als bei Plug-in-Hybriden indes üblich, gibt es bei Ford keine direkte Verbindung zwischen Verbrenner und Rädern, der 93 kW/126 PS starke Ottomotor dient ausschließlich als Range-Extender, der über einen Generator Strom erzeugt.

Elektrische Reichweite bei 40 Kilometer

Auf das klassische Getriebe konnte Ford so verzichten, und eigentlich wären auch Turbolader, eine verstellbare Nockenwelle oder eine aufwändige Einspritzanlage überflüssig. Schließlich könnte der Benziner, einmal optimal ausgetüftelt, immer mit dem besten Wirkungsgrad und damit noch sparsamer arbeiten. Die rein elektrische Reichweite gibt Ford mit 40 Kilometer an, der Verbrenner kann dann noch einmal für 450 Kilometer mehr sorgen.

Gegenüber den reinen E-Transportern hat das aber den Vorteil, dass der Akku wenig wiegt und kaum Platz wegnimmt: Laderaumhöhe- und breite sowie Stauraum und Zuladung liegen auf dem Niveau der Diesel-Versionen! Und: Ein erster Feldversuch in London mit 20 Plug-in-Fahrzeugen und über 250.000 zurück gelegten Kilometern hat gezeigt, dass die geringe Reichweite trotzdem häufig ausreicht. 75 Prozent der Wege in der City sind die Fords rein elektrisch gefahren, nimmt man den gesamten Londoner Großraum dazu, waren es immerhin knapp 50 Prozent.

Konventionelle Steckdosen im Laderaum

Dass die Batterie lediglich an Wechselstrom-Steckdosen in rund drei bis vier Stunden geladen werden kann, dürfte für die meisten Nutzer auch kein Problem sein. Ford nutzt den Stromspeicher übrigens auch, um im Laderaum konventionelle Steckdosen anzubieten, mit denen die Akkus von Bohrmaschine und Co. aufgeladen werden können.

Besonders attraktiv für Firmenkunden könnte der Plug-in-Antrieb in Städten mit „Low-Emission“-Zonen werden. Vielerorts fahren Elektroautos schon heute kostenlos in die Innenstadt, während für Verbrenner eine City-Maut fällig wird. Zwar fällt der Plug-in wegen der Anwesenheit seines Benziners per se nicht unter die Befreiung. Ford ist allerdings dabei, spezielle Vereinbarungen mit Städten wie London auszuhandeln: Durch eine Auswertung der Fahrdaten des Plug-in-Transits sollen Fahrer oder Flottenbetreiber nachweisen können, an wie vielen Tagen sie tatsächlich rein elektrisch in der Stadt unterwegs waren und wann der Benziner angesprungen ist; dementsprechend würde anschließend abkassiert werden.

Automatisches Umschalten in der City

Damit die Kunden nicht einmal aus Versehen im Batterie-Lade-Modus in die Innenstadt fahren, will Ford eine Geofencing-Lösung anbieten: Sobald der Wagen per GPS erkennt, dass er die Low-Emission-Zone erreicht, schaltet er automatisch in den reinen Elektro-Betrieb um. Spätestens wenn dieses Beispiel Schule macht, werden auch andere Hersteller mit Plug-in-Modellen in der Eintonnen-Transporter-Klasse nachziehen: Schließlich ist vor allem für Flottenkunden der Teilzeitstromer deutlich attraktiver, als ein Batterie-Auto für die Stadt und ein Diesel für die weiteren Strecken.

Für den Transit PHEV ruft Ford mindestens 47.995 Euro netto (57.114 Euro brutto) auf, der Tourneo Custom kommt ab 60.420 Euro netto (71.900 Euro brutto) in den Handel. HM/SP-X/Titelfoto: Ford

Elektro-Transporter Ari 458: Alternative für die City

Der Elektro-Transporter Ari 458 könnte vom Fahrverbot bedrohten Handwerks- und Fuhrunternehmern weiterhelfen. Aber nur in der Innenstadt.

Während Pkw-Nutzer bei Fahrverboten in Innenstädten leichter auf ÖPNV umsteigen können, haben Handwerks- und Transportunternehmen das Problem, dass sie Firmen und Geschäfte weiterhin beliefern müssen. Das Problem könnte künftig der Elektro-Transporter Ari 458 lösen: Die in Leipzig beheimatete Firma Ari Motors bietet den derzeit kleinsten Elektro-Transporter mit Straßenzulassung in Deutschland an. Das rund 13.900 Euro teure Grundmodell „Pritsche“ ist nur 3,15 Meter lang, bietet aber zwei Sitzplätze und eine 1,32 mal 1,18 Meter große Ladefläche mit Platz für eine Europalette. Die Zuladung soll 450 Kilogramm betragen.

Antriebstechnisch bietet der Ari 458 eher einfache Kost. Der 7,5 kW/10 PS starke Wechselstrom-Motor an der Hinterachse erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 78 km/h. Das ist für den Einsatz im urbanen Umfeld aber wohl ausreichend. Die im Basispreis enthaltene 120-AH-Blei-Gel-Batterie soll eine Reichweite von 120 Kilometer erlauben.

Wie lange sind die Ladezeiten?

Für 2.500 Euro Aufpreis gibt es einen Lithium-Ionen-Akku, der einen Radius von 150 Kilometer verspricht. Die Ladezeiten an einer Haushaltssteckdose werden mit 6 bis 8 Stunden angegeben. Wird ein Kastenaufbau gewählt, ist auf dessen Dach gegen Zuzahlung von 1.250 Euro auch eine Montage von Solarzellen möglich, die bis zu 30 Kilometer zusätzlicher Reichweite generieren können.

Während die Fahrzeugbasis vom chinesischen Hersteller Jianyuan EV stammt, werden die Aufbauten für den Mini-Transporter in Tschechien gefertigt. Hier bietet Ari mehrere Möglichkeiten an. Es gibt unterschiedlich große Pritschen, die sich mit Verzurrösen, Laubgittern oder Planenaufbauten kombinieren lassen. Alternativ wird der 458 mit Kofferaufbauten (Foto) in verschiedenen Formaten mit bis zu 2,5 Kubikmeter Fassungsvermögen angeboten. Die kann man gegen Aufpreis unter anderem mit Seitentüren oder einer Kühlfunktion kombinieren. HM/SP-X/Foto: Ari Motors

Toyota Proace: Ab 2020 auch elektrisch

Toyota engagiert sich stärker bei Nutzfahrzeugen. Der Proace soll nächstes Jahr auch elektrisch fahren – aber zunächst nicht in Deutschland.

Toyota will sich vom nächsten Jahr an stärker im europäischen Nutzfahrzeug-Geschäft engagieren. Gelingen soll das durch eine Kooperation mit PSA, dem Aufbau der Sub-Marke Toyota Professional sowie den Einstieg in die Batterie elektrische Mobilität beim Modell Proace.

Vor allem bei den Kleintransportern sah man Nachholbedarf. Anfang 2020 soll der Proace City diese Lücke schließen. Wie Citroen Berlingo, Peugeot Partner oder Opel Combo kommt der kleine Proace aus dem PSA-Werk in Vigo/Portugal. Wie alle anderen erhält auch das Toyota-Derivat eine eigene Front und einen speziellen Touch im Innenraum.

Was passiert mit dem Diesel?

Neben einer Passagier-Variante wird es auch nackte Transporter geben. Speziell letztere werden nach Ansicht von Toyota für den europäischen Automarkt an Bedeutung gewinnen, weil sich die Logistik-Branche durch den Online-Handel weiter im Aufwind befindet.

Mit dem Proace will Toyota im Nutzfahrzeugmarkt wieder Boden gewinnen. Fotos; Toyota

Im Gegensatz zum Pkw-Markt, in dem man sich weitgehend vom Diesel verabschiedet hat, wird der Selbstzünder mit der Einführung des Proace City für die Japaner wieder an Bedeutung gewinnen. Im Segment der Kleintransporter bleibt er nämlich weiterhin ein unverzichtbares Muss.

Wann kommt die Elektrifizierung?

Mittelfristig, so die Toyota-Strategen, wird für die Nutzfahrzeugbranche auch der batterieelektrische Antrieb an Bedeutung gewinnen. Mit dem hat Toyota bislang gefremdelt, doch in der zweiten Hälfte 2020 will man den größeren Proace sowie ein Jahr später den Proace City als Electric anbieten. Zunächst sollen allerdings nur Norwegen und Holland sowie später Frankreich und Spanien in den Genuss der elektrisch angetriebenen Proace-Modelle kommen. Eine Einführung in den deutschen Markt könnte möglicherweise erst 2025 erfolgen.

Die Batterien sollen das Ladevolumen nicht beeinträchtigen, die Zuladung allerdings um 200 Kilogramm schrumpfen. Zu Reichweite, Leistung oder Stückzahlen gibt es hingegen noch keine Angaben. Obwohl Toyota als Konzern weiterhin am Hybridantrieb wie auch der Brennstoffzelle festhalten wird, werden diese Antriebstechniken für die Kleintransporter-Sparte keine Rolle spielen. Der neue Proace City soll für Toyota dennoch als Markenbotschafter dienen und dabei das Geschäft im Flottenmarkt ankurbeln. Dieser dürfte zukünftig im Vergleich zu privaten Autokäufern weiter an Bedeutung gewinnen.

Welche Bedeutung hat der Flottenmarkt?

Bereits für nächstes Jahr ist eine Neuauflage des Pick-up-Klassikers Hilux angekündigt, die dann verlorengegangene Marktanteile zurückerobern soll. Details zum neue Hilux werden allerdings noch nicht verraten. Kurzfristig wird es zudem vom Proace eine mit Schwarzakzenten aufgewertete Ausstattungsversion namens Black Edition geben.

Seine Kleintransporter wie auch den Pick-up Hilux wird Toyota ab 2020 unter der neuen Marke Toyota Professional vermarkten. Unter anderem will man bei bestehenden Toyota-Händlern speziell auf Business-Kunden abgestimmte Professional-Zentren einrichten. Zudem will man die Vermarktungsstrategie auf die Anforderungen und Bedürfnisse der speziellen Kundschaft zuschneiden.

Beim Neufahrzeuggeschäft erwartet Toyota für seine Professional-Sparte bereits für kommendes Jahr europaweit einen Absatz von etwa 100.000 Einheiten, was rund 10 Prozent des Gesamtabsatzes der Marke entspricht. HM/SP-X