Im Mazda3 arbeitet der erste Motor, der die Diesel- mit der Otto-Technologie vereint. Der erste Eindruck stimmt hoffnungsfroh.

Die Idee tauchte immer mal wieder auf in den vergangenen Jahrzehnten: Die Vorteile des Diesel- mit dem Ottomotor zu kombinieren. „Diesotto“ nannte sie Daimler vor einigen Jahren. Doch ein Endprodukt ist bislang nie entstanden.

Bis jetzt. Unter dem Namen Skyactiv-X bietet Mazda ab sofort seinen 3er an, dessen Ottomotor die Vorteile eines Benziners mit denen eines Dieseltriebwerks kombinieren will. Dazu werden im Motor die Brennverfahren beider Motorarten kombiniert und abhängig vom Fahrzustand die Zylinder mit zwei verschiedenen Benzingemischen gefüttert.

Wie funktioniert der Motor?

Neben dem klassischen Mischverhältnis 14 zu 1 (Luft zu Benzin) gibt es den Magerbetrieb mit einem Teil Benzin mit 30 Teilen Luft. Durch ein extrem schnell drehendes Verdichterrad wird dieser Magermix dann so zusammengestaucht, dass es ebenso wie ein Luft-Diesel-Gemisch von alleine zünden kann.

Auf dem bordeigenen Monitor werden die Funktionsweise des Hybridsystems und der Verbrennungs-Status angezeigt. Fotos: Mazda

Damit diese „Selbstzündung“ ohne Fehlzündungen und ruckelndes Fortkommen abläuft, greift Mazda zu einem Trick: Eine klassische Zündkerze entflammt zunächst einen kleinen Teil der Mixtur, der mit dem üblichen Mischungsverhältnis zubereitet wurde. Dessen Flammentod wiederum bringt in einer Art Kettenreaktion den größeren Teil des übrigen Gemischs in die erwünschte Wallung. Da diese Art von Verbrennung weniger Benzin benötigt, reduzieren sich zwangsläufig auch die Schadstoffe. Das gilt vor allem für das NOx (Stickoxid).

Wie fährt der Mazda3 Skyactive X?

Trotz seiner 132 kW/180 PS ist der so angetriebene Mazda3 Skyactiv nicht ausgeprägt sportlich, was aber auch nicht das Ziel der Ingenieure war. Er wirkt vielleicht etwas träger als gewohnt, will mit mittleren Drehzahlen bei Laune gehalten werden. Das belegen auch die etwas mehr als acht Sekunden, bevor der Dreier die Tempo-100-Marke erreicht.

Nach einigen Kilometern aber hat man den Bogen raus, um dem Neuling einen Hauch von Sportlichkeit zu entlocken. Die Fortbewegung mit schwerem rechtem Fuß nämlich lässt die Technik reagieren und auf die bislang übliche Art der Verbrennung zurückkehren. Der Verbrauchsvorteil geht dabei allerdings verloren.

Wie viel Benzin verbraucht er?

Da das nicht im Sinne der Erfinden wäre, ist es also ratsam, den Mazda3 mit dem „X“ eher verhalten zu bewegen, Klugheit statt Sportgeist wird an der Tankstelle belohnt. Dann nämlich passen die nach WLTP-Norm geprüften 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Für ein 180-PS-Auto ein sehr guter Wert.

26.790 Euro ruft Mazda für den 3er Skyactiv-X auf, der die Abgasnorm Euro 6d erreicht und 117 Gramm CO2 je Kilometer ausstößt. Den Gasfuß sollte man dann aber im Griff haben. HM/SP-X