Ford Transit PHEV

Ford Transit PHEV: Emissionsfrei in die City

Der Ford Transit PHEV kombiniert beide Welten und könnte vor allem für Flottenbetreiber und Handwerker eine Alternative sein.

Für Unternehmen, die Waren in die Innenstädte transportieren müssen, ist es derzeit schon schwierig, über Neuanschaffungen nachzudenken. Wie werden sich die Städte wandeln? Gibt es noch mehr Fahrverbote? Und nicht zuletzt: Möchte auch ich den Wandel aktiv unterstützen? Doch die Auswahl an elektrifizierten Transportern ist derzeit noch nicht allzu groß. Es gibt die großen Kastenwagen Renault Master und Iveco Daily, Mercedes und VW ziehen mit E-Sprinter und E-Crafter nach. Eine Klasse darunter sieht es kaum besser aus. Mercedes offeriert hier den rein elektrischen E-Vito beziehungsweise dem Personentransporter EQV. VW den VW-Bus T6.

Hier setzt nun Ford an mit dem Transit Custom PHEV, also in der Bulli-Klasse. PHEV steht für Plug-in-Hybrid, also ein Fahrzeug, das beide Herzen an Bord hat: einen E-Motor sowie einen Verbrenner, der einspringt, wenn der Akku leer ist. Anders als bei Plug-in-Hybriden indes üblich, gibt es bei Ford keine direkte Verbindung zwischen Verbrenner und Rädern, der 93 kW/126 PS starke Ottomotor dient ausschließlich als Range-Extender, der über einen Generator Strom erzeugt.

Elektrische Reichweite bei 40 Kilometer

Auf das klassische Getriebe konnte Ford so verzichten, und eigentlich wären auch Turbolader, eine verstellbare Nockenwelle oder eine aufwändige Einspritzanlage überflüssig. Schließlich könnte der Benziner, einmal optimal ausgetüftelt, immer mit dem besten Wirkungsgrad und damit noch sparsamer arbeiten. Die rein elektrische Reichweite gibt Ford mit 40 Kilometer an, der Verbrenner kann dann noch einmal für 450 Kilometer mehr sorgen.

Gegenüber den reinen E-Transportern hat das aber den Vorteil, dass der Akku wenig wiegt und kaum Platz wegnimmt: Laderaumhöhe- und breite sowie Stauraum und Zuladung liegen auf dem Niveau der Diesel-Versionen! Und: Ein erster Feldversuch in London mit 20 Plug-in-Fahrzeugen und über 250.000 zurück gelegten Kilometern hat gezeigt, dass die geringe Reichweite trotzdem häufig ausreicht. 75 Prozent der Wege in der City sind die Fords rein elektrisch gefahren, nimmt man den gesamten Londoner Großraum dazu, waren es immerhin knapp 50 Prozent.

Konventionelle Steckdosen im Laderaum

Dass die Batterie lediglich an Wechselstrom-Steckdosen in rund drei bis vier Stunden geladen werden kann, dürfte für die meisten Nutzer auch kein Problem sein. Ford nutzt den Stromspeicher übrigens auch, um im Laderaum konventionelle Steckdosen anzubieten, mit denen die Akkus von Bohrmaschine und Co. aufgeladen werden können.

Besonders attraktiv für Firmenkunden könnte der Plug-in-Antrieb in Städten mit „Low-Emission“-Zonen werden. Vielerorts fahren Elektroautos schon heute kostenlos in die Innenstadt, während für Verbrenner eine City-Maut fällig wird. Zwar fällt der Plug-in wegen der Anwesenheit seines Benziners per se nicht unter die Befreiung. Ford ist allerdings dabei, spezielle Vereinbarungen mit Städten wie London auszuhandeln: Durch eine Auswertung der Fahrdaten des Plug-in-Transits sollen Fahrer oder Flottenbetreiber nachweisen können, an wie vielen Tagen sie tatsächlich rein elektrisch in der Stadt unterwegs waren und wann der Benziner angesprungen ist; dementsprechend würde anschließend abkassiert werden.

Automatisches Umschalten in der City

Damit die Kunden nicht einmal aus Versehen im Batterie-Lade-Modus in die Innenstadt fahren, will Ford eine Geofencing-Lösung anbieten: Sobald der Wagen per GPS erkennt, dass er die Low-Emission-Zone erreicht, schaltet er automatisch in den reinen Elektro-Betrieb um. Spätestens wenn dieses Beispiel Schule macht, werden auch andere Hersteller mit Plug-in-Modellen in der Eintonnen-Transporter-Klasse nachziehen: Schließlich ist vor allem für Flottenkunden der Teilzeitstromer deutlich attraktiver, als ein Batterie-Auto für die Stadt und ein Diesel für die weiteren Strecken.

Für den Transit PHEV ruft Ford mindestens 47.995 Euro netto (57.114 Euro brutto) auf, der Tourneo Custom kommt ab 60.420 Euro netto (71.900 Euro brutto) in den Handel. HM/SP-X/Titelfoto: Ford

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