Volles Haus

DMT Arena

Volles Haus bei der DMT Arena

 

Die DMT Arena am 14. November im HCC in Hannover konnte sich über großes Besucherinteresse freuen. Zum Thema „Wem gehört die Stadt?“ kamen knapp 160 Bürgerinnen und Bürger in den Blauen Saal des HCC.

Die Mobilität von heute und morgen ist derzeit nahezu überall ein großes Thema, das mit vielen Emotionen diskutiert wird. Auch und vor allem in Kommunen. Zum Thema „Wem gehört die Stadt?“ haben die DMT.events GmbH + Co KG und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF) am Donnerstagabend im Hannover Congress Centrum (HCC) eine Podiumsdiskussion mit Politikern veranstaltet.

 

160 Interessierte im Blauen Saal

 

Über mangelnden Zuspruch konnten sich die Veranstalter nicht beklagen. In den Blauen Saal des HCC strömten knapp 160 Bürgerinnen und Bürger, die nicht nur interessante Informationen von den Diskussionsteilnehmern erwarteten, sondern auch Fragen stellen durften – vor dem Hintergrund der Oberbürgermeisterwahl, bei der sich der Grüne Belit Onay am Wochenende zuvor durchgesetzt hatte. Eine der Wahlkampfversprechen Onays war die autofreie Innenstadt bis 2030.

An der Podiumsdiskussion nahmen Dr. Stefan Birkner, Fraktionsvorsitzender FDP Nds. und ehemaliger Umweltminister, Peter Löck, Mobilitätsberater, Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) und Christian Bebek, Leiter Verkehrsabteilung IHK Hannover, teil. Kurzfristig zugesagt hatte noch die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Hannover, Dr. Elisabeth Clausen-Muradian,  von den Grünen. Moderiert wurde die Diskussion von Franz W. Rother, Chefradakteur des Magazins EDISON.

 

Von neuen Mobilitätsuniversen

Nach der Begrüßung durch Eckhard Schulte, Geschäftsführer der DMT.events GmbH, übernahm aber zunächst Professor Dr. Bratzel das Mikrofon für einen halbstündigen Vortrag zum Thema Fahrzeugmarkt und Elektroauto. Denn mit dem starken Wandel im Automarkt werde sich, so Prof. Bratzel, auch das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger ändern. Nicht mehr auf den klassischen Besitz des Fahrzeugs komme es künftig an, sondern um allzeit abrufbare Mobilität.

Auf Basis einer Studie des Center of automotive Management zeigte er auf, dass sich die Welt auf dem Auto- und Mobilitätsmarkt fundamental wandelt, indem neue Player auftreten mit neuen Dienstleistungen – man denke nur an Uber -, wodurch der Markt neu aufgeteilt werde. Zudem müssen sich die etablierten Autohersteller gewaltig strecken, damit sie gegenüber Google, Amazon und chinesischen Anbietern nicht ins Hintertreffen geraten. Denn auf dem Markt der E-Autos dominieren nicht die deutschen Hersteller, sondern Firmen wie Tesla, BYD und BAIC.

Grenzwerte ohne E-Mobilität nicht einzuhalten

Doch nicht nur deswegen sei die forcierte Entwicklung von E-Autos für die deutschen Hersteller wichtig, sondern auch wegen der immer niedrigeren CO2-Grenzen seitens der EU. So dürfen 2030 nur noch 60 Gramm je Kilometer ausgestoßen werden, was etwa einem Benzinverbrauch von 2 Litern auf 100 km entspricht. Um das zu erreichen müssten die Unternehmen etwa 45 Prozent Elektroautos im Verkaufsmix haben. Prof. Bratzel schloss mit den Worten: „Wir stehen am Beginn eines neuen Mobilitätsuniversums“.

Mit diesem Wissen ging es hinein in die Podiumsdiskussion. Schon während der Vorstellungsrunde verdeutlichten sich die Positionen der Teilnehmerin und der Teilnehmer. Frau Clausen-Muradian (Grüne) plädierte für den Ausbau des Radwegenetzes in der Innenstadt und für höhere Parkgebühren. Dr. Birkner (FDP) sprach sich eine individuelle Mobilität aus, die vielfältig und den Bedarfen aller Bürgerinnen und Bürgern entsprechen sollte. Mobilitätsberater Peter Löck möchte alte Strukturen auflösen, neue Wege in der Mobilität gehen und dabei alle Möglichkeiten nutzen.

Unterschiedliche Positionen

Ein wenig Gegenwind kam schon von Christian Bebek (IHK): Er monierte, dass die Diskussion in die falsche Richtung laufe und man die Situation aus dem Blickwinkel der Betroffenen sehen müsse, etwa der Pendler, die für den Weg zur Arbeitsstelle auf das Auto angewiesen seien. Zudem benötigen die Firmen und Geschäfte in der Innenstadt eine hohe Verkehrsfrequenz.

So entwickelte sich eine lebhafte Debatte, jederzeit souverän geleitet und gelenkt vom Moderator, in der von allen Beteiligten nachvollziehbare Argumente vorgebracht wurden. Da schon konnten sich manche Zuhörerinnen und Zuhörer kaum mehr zurückhalten, so dass die Frage- und Antwortrunde eingeläutet wurde. Und hier wurde deutlich, was den Beteiligten unter den Nägeln brennt.

Lebhafte Debatte

Da wurde bemängelt, dass nach den großen Investitionen zur Expo 2000 keine weiteren Anstrengungen gab, die ÖPNV-Infrastruktur auszubauen. Bemängelt wurde auch, dass es in den Diskussionen vorwiegend um Autos gehe. Ein Argument: Der Handel blüht auf, wenn die Autos reduziert werden. Als Beispiele wurden oft Fahrrad-Vorzeige-Städte wie Kopenhagen genannt, wo der Wandel schon ein gutes Stück gelungen sei. Auch die Frage nach der Bereitstellung der großen Menge Strom wurde gestellt, die irgendwann benötigt werde, wenn massenhaft E-Autos fahren.

Die Angesprochenen auf dem Podium beantworteten die Fragen sachlich, und letztlich stand im Raum, dass in vielen Bereichen einiges zu tun sei und der neue Bürgermeister sich mit den anderen Parteien über das Vorgehen ja eng abstimme. Benötigt werde ein Gesamtplan, bedarfsgerechte Lösungen und natürlich die Finanzierbarkeit. Damit ging man nach etwa 3 Stunden auseinander.

„Wir sind mit dem Abend und dem Zuspruch sehr zufrieden“, zog DMT.events-Geschäftsführer Eckhard Schulte ein überaus positives Fazit. „Die lebhafte Diskussion zeigt, dass das Thema die Menschen berührt und die Politik gefordert ist, den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen. Mit dem Deutschen Mobilitätstag im kommenden Jahr an gleichem Ort wollen wir für noch mehr Orientierung im Bereich der Mobilität sorgen“.

Unterstützt wurde die DMT Arena von HannoverImpuls, Avacon, Edison, dem BVMW und dem Fachmagazin Vision Mobility. Die DMT Arena war die Auftaktveranstaltung zu den Deutschen Mobilitätstagen, die am 5. und 6. Juni am gleichen Ort stattfinden und allen Interessierten Orientierung bei der Mobilität geben wollen. Fotos: Niklas Mag/Shaker

 

 

 

Unterstützung

In Kooperation mit

Veranstaltet von DMT.events GmbH & Co. KG und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF)