Elektroautos IAA

Elektroautos auf der IAA: Die Stromer sind allgegenwärtig

Weswegen gehen Sie auf die IAA? Wegen der Kraftprotze oder wegen der neuen Elektroautos? Sie sind die heimlichen Stars.

Es gab Zeiten, da war es gar keine Frage, warum man den teilweise beschwerlichen Weg auf und über die IAA in Kauf nahm. Nirgendwo sonst kam man so nah an die Traumautos heran, die nicht selten vor Kraft und Sportlichkeit nur so strotzten. Diese gibt es in diesem Jahr zwar auch in Frankfurt zu bestaunen, die heimlichen Stars aber sind die Stromer, die auf vielen Ständen im Mittelpunkt stehen. Und um Strom im weitesten Sinne geht es nicht nur bei den Autoherstellern, sondern auch den Zulieferern und anderen Ausstellern.

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Golf-Nachfolger? Der ID.3 von VW: Fotos: VW

Doch welche Modelle gibt es zu bestaunen. Die wichtigsten Modelle mit Steckdose haben wir hier zusammen gefasst, auch wenn es noch andere, auch Plug-in-Varianten zu sehen gibt – oder auch chinesische Modelle, die in absehbarer Zeit hierzulande noch nicht angeboten werden.

VWs große E-Auto-Offensive

Die fraglos wichtigste Elektro-Neuheit der IAA ist der VW ID.3, der zugleich den Auftakt einer groß angelegten E-Offensive des VW-Konzerns markiert. Er basiert auf dem elektrischen Baukasten MEB, der noch weiteren E-Modellen des Konzerns als Basis dienen wird. VW-Chef Herbert Diess hat bei der Enthüllung des ID.3 über 70 Stromer bis 2028 angekündigt. Der ID.3 soll dabei in die Rolle des Golfs schlüpfen.

Entsprechend sieht er trotz einiger progressiver Details aus wie ein letztlich vernünftiges und praktisches Kompaktmodell. Auf 4,26 Meter Länge bietet der ID.3 ein Platzangebot fast auf dem Niveau der Mittelklasselimousine Passat. Der Innenraum ist modern eingerichtet, aufgeräumt und natürlich ist man bestens vernetzt. Auf Wunsch kann man den zu Preisen unterhalb von 30.000 Euro mit dann 330 Kilometer Reichweite startenden ID.3 auch mit größerer Reichweite von bis zu 550 Kilometer bekommen – dann natürlich mit Aufpreis.

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Das Äquivalent von Opel: der Corsa-e. Foto: Opel

Der Kraftprotz unter den Elektroautos auf der IAA

Das krasse Gegenteil zum Volks-Stromer ID.3 ist die sportliche E-Ikone Porsche Taycan, der mit extremen Fahrleistungen sowie einem fein ausgestatteten Innenraum beeindruckt. Darüber hinaus ist der viersitzige Flachmann ein echter Hingucker, dessen knackig proportioniertes Heck Emotionen wie ein Porsche 911 weckt. Auf Boxersound muss man allerdings verzichten, auf Leistung hingegen nicht: Die stärkere Version Turbo S mit 560 kW/761 PS beschleunigt den 2,3-Tonner in weniger als 10 Sekunden auf Tempo 200. Maximal sind 260 km/h möglich. Trotz mächtig dimensionierter Batterie darf man angesichts der Fahrleistungen keine Reichweitenwunder erwarten, doch rund 400 Kilometer sollen nach WLTP-Messung möglich sein. Mit einem Preis von mindestens 152.000 Euro fällt der Taycan selbst für einen Porsche allerdings teuer aus.

Corsa-e heißt Opels Antwort auf den VW ID.3. Die Neuauflage des Kleinwagen-Klassikers bietet die PSA-Tochter auch in einer batterieelektrischen Variante an. Mit 100 kW/136 PS erlaubt der Stromer gute Fahrleistungen und dank 50-kWh-Batterie auch eine ordentliche Reichweite von 330 Kilometer. Darüber hinaus relativiert der rund 30.000 Euro teure Corsa-e mit einer gediegenen Ausstattung den nicht gerade geringen Basispreis.

Hondas Stadtflitzer ohne Außenspiegel

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Knuffiger Stadtflitzer von Honda: Honda e. Foto: Honda

Mit knapp unter 34.000 Euro noch etwas mehr kosten wird ein schlicht E genannter Elektrokleinwagen von Honda, der 2020 offiziell auf den Markt kommen soll. Der mit viel Retro-Charme ausstaffierte Stadtstromer zeichnet sich durch einige technische Leckereien wie etwa Kameras als Außenspiegel oder ein mit mehreren großen Displays garniertes Armaturenbrett aus. Außerdem soll der nur 3,90 Meter kurze Japaner mit dynamischem Heckantrieb und 110 kW/150 PS auch in Sachen Fahrspaß überzeugen. Der im Frühsommer 2020 verfügbare E ist angesichts seiner 36-kWh-Batterie allerdings kein Reichweitenwunder, denn mit einer Ladung kommt man lediglich 220 Kilometer weit.

Deutlich mehr, nämlich 260 Kilometer, schafft der neue E-Up von VW, der zusammen mit seinen Schwestermodellen von Skoda und Seat auf der IAA sein Debüt feiert. Das im Vergleich zum Vorgänger stattliche Reichweitenplus von gut 60 Prozent verdankt der E-Up einer auf gut 32 kWh gewachsenen Batterie. Trotz des deutlich größeren Stromspeichers ist der Preis auf rund 22.000 Euro gesunken. Wer den Umweltbonus abgreift, bekommt einen E-Up so für deutlich unter 18.000 Euro. Speziell in diesem Fall gibt es E-Mobilität zwar weiterhin nicht zum Schnäppchen-Tarif, doch wird sie durchaus bezahlbar.

Der Smart bleibt ein Stadtfloh

Der Stadt als Einsatzgebiet treu bleibt der frisch renovierte und künftig ausschließlich elektrisch angetriebene Smart Fortwo EQ. Trotz seiner deutlich modernisierten Außenhaut bleibt es technisch bei einem 41 kW/60 PS starken Motor und einer 17,6 kWh großen Batterie. Im urbanen Umfeld kann der Vortrieb sogar richtig Spaß vermitteln, die 160 Kilometer Reichweite sind allerdings nur ausreichend für den Einsatz in der Stadt. Wie bisher gibt es den Smart als zweisitziges Coupé und Cabriolet sowie als viertürigen Forfour. Die Preise dürften weiterhin bei rund 22.000 Euro starten.

Die britische BMW-Tochter Mini zeigt mit dem Mini Cooper SE ihr erstes ernst gemeintes E-Auto. Teile der Technik stammen vom i3, das Drehmoment des E-Motors dürfte in Verbindung mit dem dynamischen Fahrwerk für besonderen Fahrspaß sorgen. Der Stadtflitzer verfügt über 184 PS und ein 33-kWh-Akku. HM/SP-X

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