DMT Arena 2020

DMT Arena 2020: Das Mobilitäts-Event

Unter der Überschrift „Mobilitätswende jetzt – aber wie?“ findet am 1. Oktober 2020 die zweite dmt Arena in Hannover statt.

Die Mobilitätswende ist ein Thema, das uns seit geraumer Zeit umtreibt und das uns noch länger beschäftigen wird. Unterschiedliche Interessen, Vorlieben und Konzepte kollidieren an der Frage, wie wir morgen unterwegs sein werden – insbesondere im urbanen Raum.

Bereits im vergangenen Jahr, am 14. November 2019, haben wir, die DMT events GmbH & Co KG, dieses Thema im Rahmen der dmt Arena mittels einer Podiumsdiskussion sowie einem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) aufgegriffen, unter regem Publikumsinteresse.

Erweitertes Konzept

In diesem Jahr nun erweitern wir das Konzept. So wird es am 1. Oktober auf dem Gelände des Hannover Congress Center (HCC) neben zwei Podiumsdiskussionen ab 13 Uhr Vorträge geben sowie die Möglichkeit, sich an Ständen mit neuen Technologien und Produkten bekannt zu machen. Zudem stehen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben für Testfahrten bereit.

Zwei Podiumsdiskussionen

Auf der DMT Arena 2020 werden zwei Podiumsdiskussionen stattfinden.

Um 18 Uhr schließen sich zwei Podiumsdiskussionen unter den Überschriften „E-Mobilität im Aufwind“ und anschließend „Wem gehört die Stadt – vergessen wir den ländlichen Raum?“ an.

Die Diskussion „E-Mobilität im Aufwind“ wendet sich folgenden Inhalten zu:
• Was wird gefördert?
• Ist jetzt die Zeit zum Umstieg? Was muss ich beachten beim Fuhrpark und privat?
• Was passiert beim Thema Ladeinfrastruktur? Was kostet mich das Laden?
• Ist Wasserstoff der Heilsbringer? Für wen und was ist Wasserstoff eine Lösung?
• Überlassen wir das Thema Autonomes Fahren wieder anderen internationalen Playern?

Geladene Gäste sind: Florian Rehr, ITS mobility e.V.; Tilman Wilhelm, Bereichsleiter Kommunikation und Wissensmanagement Nationale Organisation Wasserstoff GmbH (NOW); Markus Emmert, Leiter der Arbeitskreise im Bundesverband Elektromobilität e.V. (BEM). Moderation: Gernot Hagemann, hannoverImpuls GmbH.

Wem gehört die Stadt?

In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Wem gehört die Stadt – vergessen wir den ländlichen Raum?“ geht es um den Weg zu einer umfassenden Mobilitäts-Strategie für Stadt und Land. Die Themen:
Wie schaffen wir den Ausgleich zwischen den Interessen und trotzdem eine spürbare Verbesserung?
• Autofreie Innenstadt – die Interessen von Städtern versus Pendler und Einzelhandel
• Anbindung ländlicher Räume – wie schaffen wir den Mobilitätsmix?
• Mehr Platz für Fahrräder – welche Maßnahmen müssen wir treffen?
• Quo vadis ÖPNV? Wie machen wir den Nahverkehr wieder attraktiver nach Corona?

Geladene Gäste sind: Belit Onay, OB von Hannover; Sabine Tegtmeyer-Dette, Wirtschafts- und Umweltdezernentin Stadt Hannover; Ulf-Birger Franz, Leiter Dezernat für Wirtschaft, Verkehr und Bildung, Region Hannover; Jörg Bode MdL Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion Nds. Sprecher für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Digitalisierung; Peter Löck, E-Mobilitätsberater. Moderation: Franz W. Rother, Chefredakteur Edison.

Durchdachtes Hygienekonzept

Die dmt Arena wird mit einem durchdachten Hygienekonzept durchgeführt. So verfügt die Halle des HCC über eine Frischluft-Klimatisierung. Als Hybridveranstaltung nutzen wir die Möglichkeiten von Streaming und Übertragung auf Bildschirme in weiteren Bereichen und Lounges zur Entzerrung und Einhaltung des Sicherheitsabstandes.

Sollte die Durchführung an einem der vorgesehenen Orte nicht machbar oder von öffentlicher Seite verboten werden, erhalten alle Aussteller, Sponsoren und Partner ihre an uns geleisteten Zahlungen vollständig zurück.

Wer stellt aus?

Als Aussteller beteiligen können sich Unternehmen aus den Bereichen Energiedienstleister, Energieanlagenservice, Verkehrsbetriebe, Autohäuser, E-Bike, Rad, Lastenrad-Anbieter, Anbieter Digitalisierung, Vernetzung und ÖPNV.

Wer kommt?

Besucher werden Interessierte aus den Bereichen Fuhrpark, Handwerk, Selbstständige/KMU und interessierte Privatbesucher sein. HM

Fordern Sie hier ihr persönliches Angebot als Aussteller an!

Weitere Infos finden Sie hier.

VW ID.3 DMT Arena

Die erste Fahrt im VW ID.3

Im September werden die ersten VW ID.3 ausgeliefert. Wir haben schon eine Runde mit dem Stromer gedreht.

Zu sehen war der ID.3 erstmals auf der Internationalen Automobilausstellung im September 2019. Fast genau ein Jahr später werden endlich die ersten Fahrzeuge des in Zwickau produzierten E-Autos ausgeliefert. Doch zunächst kommen nur die Frühbucher der First Edition zum Zug: Mehr als 35.000 Kunden sollen es laut VW sein, die den Wagen ohne Probefahrt quasi blind im Laufe der vergangenen zwölf Monate bestellt haben.

Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb und Marketing für die ID-Modelle bei VW, weiß um das große Vertrauen, das die Käufer hier der Marke entgegenbringen. Das gelte es nun zu bestätigen. Die First Edition zum Preis von knapp 39.000 Euro ist mit einer Batterie ausgerüstet, die mit einem Energiegehalt von 58 Kilowattstunden (kWh) um die 420 Kilometer Reichweite erzielen soll.

17,6 kWh Testverbrauch

VW ID.3

Der VW ID.3 flitzt flink um die Ecken.

Dieser Stromspeicher ist auch im ID.3 Pro Performance (um die 35.000 Euro) verbaut, der ebenso wie der ID.3 Pro S (77 kWh/549 Kilometer im WLTP/knapp 50.000 Euro) von jetzt an „regulär“ bestellt werden kann. Auslieferung im Oktober, so VW. Die E-Maschine leistet in beiden Versionen 204 PS und hat ein Drehmoment von 310 Newtonmetern (Nm). Den mittleren Verbrauch im NEFZ gibt VW mit 15,4 bis 14,5 kWh pro 100 Kilometer an. Bei relativ gelassener Fahrt über Autobahn und Landstraße mit maximal Tempo 140 (bei 160 Kilometer pro Stunde ist ohnehin Schluss) haben wir tatsächlich 17,6 kWh erfahren. Damit reicht die Energie der Batterie auf alle Fälle für etwas mehr als 300 Kilometer. Nach dem Marktstart folgt die Version mit einem 146 PS starken Motor und einer 45-kWh-Batterie, die laut WLTP Energie für 330 Kilometer hat.

Apropos erfahren: Unterwegs mit dem ID.3 ist es weniger der für E-Autos typische knallharte Antritt auf den ersten Metern, der überrascht. Stattdessen trumpft der elektrisch angetriebene VW mit enormer Handlichkeit auf. Rangieren auf engstem Raum ist kein Problem. Flott angesteuerte Kurven meistert der 4,26 Meter lange, 1,81 Meter breite und 1,55 Meter hohe Wagen leicht und locker. Querrippen in der Straße mag das Fahrwerk hingegen nicht ganz so gerne. Doch der Komfort leidet darunter kaum. Einen großen Anteil daran hat auch das niedrige Geräuschniveau. Erst ab Tempo 130 macht sich der Wind ein klein wenig bemerkbar im Passagierabteil.

Großzügiges Platzangebot

Das bietet vor allem auf der Rückbank ein Platzangebot, das bei ähnlichen Außenabmessungen wie der Golf fast mit dem im Passat vergleichbar ist. Grund dafür ist in erster Linie der Radstand von 2,77 Metern. Auf der anderen Seite benötigt die E-Maschine, die erstmals seit dem Käfer wieder im Heck über der angetriebenen Hinterachse verbaut ist, weitaus weniger Raum als ein Verbrenner. Der Kofferraum fasst 385 Liter Gepäck, durch Umklappen der geteilten Fondlehne wächst das Volumen auf 1.267 Liter (dachhoch beladen).

VW ID.3

Für den ID.3 gibt es insgesamt sieben Ausstattungsniveaus. Fotos: VW

Die Verpflanzung des Antriebs ins Heck schlägt sich zudem positiv auf das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer nieder. Erstgenannter sitzt vor einem futuristisch anmutenden Cockpit. Direkt hinter dem Lenkrad angesiedelt ist ein kleines Display (5,3 Zoll) für die notwendigsten Infos wie Geschwindigkeit und Reichweite. Über eine große Wippe rechts vom Display werden Vorwärts- und Rückwärtsgang der Eingang-Automatik sowie die Parksperre angewählt. Außerdem kann der Grad der Rekuperation noch in zwei Stufen (D und B) eingestellt werden. Das One-Pedal-Fahren, also das mehr oder weniger starke Abbremsen über die Rekuperation, ist damit nicht unbedingt möglich. Und doch lässt sich in der Stufe B schon nach wenigen Kilometern ein ähnliches Gefühl erzeugen.

“Hallo, ID”

Mittig platziert auf der mehrstufigen Instrumententafel und leicht zum Fahrer geneigt ist der Zehn-Zoll-Touchscreen. Telefonie, Navigation, Entertainment, Assistenzsysteme und Fahrzeug- Setup lassen sich hier steuern. Einfacher aber ist das über die serienmäßige Sprachbedienung, die nach „Hallo, ID“ auf den alltäglichen Wortschatz reagiert. Die Mittelkonsole mit großen Staufächern liegt als separates Bauteil zwischen den Vordersitzen. Das ist gelungen. Anders dagegen der doch recht große Anteil von Hartplastik in unteren Bereichen oder im Fond. Hier ist deutlich zu erkennen, wo die Sparmaßnahmen angesetzt wurden.

VW ID.3

Die Bedienung folgt größtenteils über den zentralen 10-Zoll-Touchscreen.

Weniger gespart hat VW bei der Ausstattung. Zum Verkaufsstart werden ID.3 Pro Performance und ID.3 Pro S als vorkonfigurierte Modelle Life, Business, Family, Style, Tech und Max angeboten. Generell sind Ambientebeleuchtung mit zehn Farben, Geschwindigkeitsbegrenzer sowie Klimatronic samt einer elektrischen gekoppelten Standklimatisierung an Bord. Das Radio Ready 2 Discover mit DAB+-Tuner und zwei USB-C-Schnittstellen in der Mittelkonsole ist ebenfalls in der Basisversion enthalten. Die Funktion App Connect erlaubt das Medienstreaming über das Smartphone. Apple Car Play, Android Auto und Mirror Link sind vorhanden. Neu und wirklich durchdacht ist ein schmales Lichtband unter der Windschutzscheibe, das dem Fahrer nach dem Einsteigen signalisiert, dass das Auto fahrbereit ist. Wenn der ID.3 laut Navigationsroute abbiegen soll, wandert ein blaues Licht zum linken oder rechten Ende des Bands. Rot leuchtet das Band auf, wenn Gefahr droht.

Strom für 600 Euro kostenlos

In der eigenen Garage können ID.3-Besitzer über die Volkswagen Tochter Elli zertifizierten Naturstrom aus regenerativen Energiequellen laden. Der ID.Charger (ab 388 Euro), die neue Wallbox von VW, ist in drei Versionen erhältlich, alle bieten bis zu elf kW Ladeleistung. Damit lässt sich eine leere Fahrzeugbatterie abhängig vom Modell in etwa sechs bis siebeneinhalb Stunden wieder zu 100 Prozent vollladen. An öffentlichen Ladepunkten ist das Laden mit dem serienmäßigen Mode-3-Kabel möglich.

Ebenfalls serienmäßig vorhanden ist ein CCS-Ladeanschluss, mit dem auch Gleichstrom (DC) geladen werden kann. Beim ID.3 Pro Performance beträgt die mögliche DC-Ladeleistung bis zu 100 kW. Der ID.3 Pro S erzielt bis zu 125 kW

Bei allen ID.3-Versionen kann die Umweltprämie von insgesamt 9.000 Euro abgezogen werden. Zudem gibt VW noch ein Jahr lang den Strom bis zu einer Höhe von 600 Euro kostenlos dazu. Wolfgang Schäffer

VW ID.3 First Edition – Technische Daten:

Fünftürige, fünfsitzige Limousine der Kompaktklasse; Länge: 4,26 Meter, Breite: 1,81 Meter (mit Außenspiegeln: 2,07 Meter), Höhe: 1,57 Meter, Radstand: 2,28 Meter, Kofferraumvolumen: 385 – 1.267 Liter.

Elektromotor; 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment: 310 Nm ab 1 U/min, Heckantrieb, Eingang-Automatik, 0-60 km/h: 3,4 s, 0-100 km/h: 7,3 s, Vmax: 160 km/h, Batteriegröße 58 kWh, Reichweite 420 Kilometer, Normverbrauch: 14,5 kWh/100 km., CO2-Ausstoß: 0  g/km, Abgasnorm: Euro 6d-temp, Effizienzklasse: A+

Preise (brutto): First Edition: 38.990 Euro, First Plus: 44.835 Euro, First Max: 48.735 Euro.

enercity, Laden, Elektromobilität

Superschnelles Laden mit bis zu 350 kW

Der Energieversorger enecity hat Hannovers erste Ultra-Schnellladesäule eröffnet – und weitere sollen folgen.

enercity hat nah an der Autobahn A2 und direkt an der B6 ist im Norden Hannovers einen Ladepark mit vier leistungsstarken Gleichstrom-Schnellladesäulen und weiteren sechs 22-kW-Ladepunkten eröffnet. Der Ladepark an der Finca + Bar Celona Hannover an der Garbsener Landstraße 25 in Hannover-Marienwerder gehört mit den Schnellladesäulen und dem Enercon-Steuerungssystem E-Charger 600 mit modulierbarer Ladekapazität von bis zu 350 kW zu den leistungsfähigsten in Deutschland. Er bietet 100 Prozent Ökostrom, wie alle Ladestationen von enercity.

Zehn Ladesäulen insgesamt

An insgesamt zehn Ladepunkten können E-Mobilisten bei einem Restaurantbesuch ihre E-Fahrzeuge laden. Die vier Schnellladesäulen werden in Kürze auf 350 kW Ladeleistung ertüchtigt – vorläufig haben drei davon noch max.150 kW Leistung. Mit seiner Ladeinfrastruktur wird der Ladepark insbesondere den hohen Ansprüchen des DC-Ladens von Fernreisenden gerecht. Mit 350 kW Ladeleistung kann man in etwa 10 Minuten Strom für 400 Kilometer tanken.

Die Ladestationen sind dabei für alle Ladekartenanbieter offen. Bei diesen mit EnerCharge weiterentwickelten Schnellladesäulen lässt sich zusätzlich die einfache Bank- und Kreditkarten-Direktbezahlfunktion ohne irgendeine Vorabregistrierung nutzen. Vom 1. August bis zum 31. Oktober gewährt enercity einen Sonderpreis von 0,29 Euro pro Kilowattstunde. Aktuell ist ein weiterer Ladepark in Oldenburg in Bau, weitere Projekte folgen sukzessive. HM/Titelfoto: enercity/Martin Bargiel

Interview Birkner

„Das Auto wird zum Kampfthema“

Interview mit Dr. Stefan Birkner, FDP-Fraktionsvorsitzender und ehemaliger Umweltminister von Niedersachsen, zu Fragen der Mobilität.

Eckhard Schulte: Herr Dr. Birkner, ich habe ein Problem. Ich zahle für die Strecke Hameln – Hannover hin und zurück 27,40 Euro, während ich innerhalb der Region 9 Euro zahlen würde für das Tagesticket. Nehme ich ein Fahrrad mit, zahle ich 32,40 Euro. 30 Euro entspricht den Kosten, die ich hätte, wenn ich mit dem Auto fahren würde, Was läuft falsch?

Dr. Birkner: Wir leisten uns in Niedersachsen viel zu viele Verkehrsverbünde, die keine abgestimmte Tarifstruktur haben und eben die Übergänge nicht ordentlich organisieren. Ich halte das auch für ein großes Problem. Wir bräuchten ein abgestimmtes Tarifverbundsystem, das die Mobilität befördert und nicht beschränkt. Das ist die Aufgabe des Landesverkehrsministers. In Zeiten der Digitalisierung muss es möglich sein, die Tarife so zueinander zu bringen, dass man kostengünstig aus der Region nach Hannover kommt. Da müssen wir erheblich nachbessern.

Nun wissen wir ja, dass zwei Fünftel der Pendler aus den Randgebieten in die Stadt drängen. Das ist also ein zentraler Punkt.

Das ist richtig. Das zeigt auch, dass, wenn wir über ÖPNV reden, wir über die falschen Punkte diskutieren. Es geht nicht nur um Preise. Die Priorität liegt aus meiner Sicht darauf, den ÖPNV auszubauen und dadurch gerade für die Randbereiche attraktiver zu machen. Wir sollten weniger darüber nachdenken, ob der ÖPNV günstiger werden kann, sondern wir sollten zuerst da investieren, wo Defizite bestehen.

Dr. Stefan Birkner (links) im Interview mit DMT-Geschäftsführer Eckhard Schulte.

Hannover und Niedersachsen setzen derzeit auf die E-Mobilität. VW sieht seine Zukunft ebenfalls dort, die Üstra wird ihre Busflotte auf Elektroantrieb umrüsten. Was halten Sie von der Festlegung auf die Elektromobilität?

Ich bin da skeptisch. Wenn ein Unternehmen wie die Üstra diesen Weg geht, dann kann ich das nachvollziehen, weil es emissionsmindernde Wirkung im städtischen Bereich hat. Dass ein ganzer Mobilitätskonzern ausschließlich auf E-Mobilität setzt, halte ich für eine riskante Entscheidung, weil andere Antriebsformen wie Verbrenner mit alternativen Kraftstoffen oder auch der Wasserstoffantrieb außen vor sind. Man läuft dann Gefahr, dass man dann in der Sackgasse landet, wenn diese eine Technologie sich doch nicht durchsetzt oder wenn die Ökobilanz doch nicht so gut ist. Ich frage mich, ob es nicht klüger wäre, technologieoffener zu sein. Letztlich entscheiden die Kunden, welche Technologie für sie die richtige ist. Bei der Elektromobilität habe ich da für ein Flächenland wie Niedersachen Zweifel, ob es die richtige Technologie ist.

Dr. Birkner war auch Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der DMT Arena am 14. November 2019 im HCC.

Auf der anderen Seite sind wir ja unter Zeitdruck und müssen Maßnahmen ergreifen. Nehmen wir das Beispiel Tempolimit. Kaum jemand bezweifelt, dass es was bringt, und es lässt sich sofort und ohne Probleme umsetzen. Sogar der ADAC ist nun von seinem kategorischen Nein abgerückt. Wäre ein Tempolimit unter diesen Gesichtspunkten nicht eine gute Maßnahme?

Zunächst plädiere ich für eine Ent-Emotionalisierung der Debatte. Es ist kein Teufelszeug, über Tempolimit zu sprechen. Andere Staaten haben es auch. Für mich ist immer wichtig zu fragen, was es bewirkt. Einfach etwas zu machen, um es getan zu haben ist zu einfach. Ich bin dafür, den richtigen Rahmen zu setzen, auch bei der Mobilität. Wenn wir den Verkehrssektor im Emissionshandel haben, dann hat der, der mehr Treibstoff verbraucht auch höhere Kosten und damit einen Anreiz, langsamer zu fahren. Wer dennoch schnell fährt, der beteiligt sich auch stärker an den Kosten. Aus der Sicht Verkehrssicherheit muss man sich natürlich die Zahlen ansehen und mit Experten sprechen. Wenn ein Tempolimit dann Sinn macht, dann bin ich der Letzte, der sich verweigern würde. Viel besser wäre es aber, auf orts- und verkehrsangepasste, intelligente Lösungen zu setzen, statt auf starre Regelungen.

Thema autofreie Innenstadt

In vielen Kommunen gibt es ja derzeit Diskussionen über autofreie Zonen. Auch in Hannover. Wie stehen Sie zu Fahrverboten und zum Thema autofreie Innenstadt?

Auch da wird ein Punkt herausgepickt und irgendwie wird das Auto zum Kampfthema, scheint mir. Es wird polarisiert. Aus meiner Sicht geht es auch hier nicht darum, ob man für oder gegen das Auto ist, sondern um intelligente Mobilitätskonzepte für eine Stadt wie Hannover mit einer überregionalen Bedeutung. Das heißt, man muss alternative Angebote machen: Ausbau des ÖPNV, flexible Lösungen, Ausbau der digitalen Infrastruktur im Verkehrsbereich und bedarfsgerechte Verkehre organisieren. Das bedeutet auch, dass Mobilität in der Stadt für den Radverkehr attraktiver wird.
Wenn ich in der Stadt wohne, brauche ich dann vielleicht gar kein Auto mehr. Aber wenn ich von außerhalb komme und auf das Auto angewiesen bin, dann ist eine autofreie Innenstadt nur dann akzeptabel, wenn ich von bestimmten Punkten zuverlässig, sicher, sauber und zu guten Zeiten planbar auch in die Stadt reinkomme. Und wenn das gegeben ist, dann kann man den Streitapfel „autofreie City“ ruhen lassen und sich um moderne Konzepte kümmern.

Was wäre für Sie die erste Maßnahme hin zur Verkehrswende?

Ich sehe in der Digitalisierung die entscheidenden Spielräume. Wir müssen für Städte wie Hannover Lösungen finden, wie die Verkehrsträger vernetzt werden können und dann zu Lösungen zu kommen, die einen Individualverkehr ermöglichen. Ich muss von A nach B kommen und die Verkehrsträger nahtlos wechseln können.

Vielen Dank für das Gespräch

Deutscher Mobilitätstag Ahrens

Deutscher Mobilitätstag: Autohaus Ahrens ist dabei

Wasserstoff- und Elektroautos auf dem Deutschen Mobilitätstag in Hannover. Toyota Mirai steht zum Fahren bereit.

Der Deutsche Mobilitätstag am 5. und 6. Juni 2020 in Hannover ist um eine Attraktion reicher. Das Autohaus Ahrens (Toyota, Renault, Dacia) stellt gleich mehrere Modelle auf der Mobilitätsmesse vor. Die Besucher werden sich anhand eines Toyota Mirai über die Merkmale und Besonderheiten eines Wasserstoffautos informieren und dieses Modell auch fahren können. Denn eine der Besonderheiten des Deutschen Mobilitätstages ist es, dass die Fahrzeuge auch getestet werden können und so ein echtes Fahrgefühl der Brennstoffzellen– und Elektroauto-Technologie vermittelt werden kann.

“Kontakt zu Kunden bekommen”

Carsten Ahrens, Geschäftsführer Autohaus Ahrens mit Standorten in Hannover und Garbsen freut sich schon: „Wir möchten auf einer Plattform ausstellen, auf der wir Kontakt bekommen zu Kunden mit Fuhrparks zwischen zwei und 25 Fahrzeugen. Auf diese Kontakte sind meine Verkäufer schon ganz scharf“.

Das Interview mit Carsten Ahrens sehen Sie hier:

Der Vorteil von Autos wie dem Mirai ist die Betankung. Wie Benziner oder Diesel lassen sich die Wasserstofftanks in wenigen Minuten füllen, und dann steht eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern zur Verfügung. Das Problem: Derzeit gibt es nur rund 100 Tankstellen in Deutschland. Freilich gibt es noch mehr zu erfahren über die neuen Technologien – sei es Wasserstoff, Elektro, Hybrid in den verschiedenen Formen: Der Deutsche Mobilitätstag möchte dem Fachpublikum diese in verständlicher Form näherbringen.

Herausforderungen des Mobilitätstwandels

Er greift die komplexen Herausforderungen des Mobilitätswandels auf. Durch die Trilogie aus Ausstellung, Themenbühnen und Testfahrten geht das Konzept auf die Bedürfnisse des Marktes nach Transparenz, Wissen, Erfahrung und Austausch ein und liefert so wichtige Elemente für die Orientierung im Mobilitätswandel.

Deutscher Mobilitätstag Ahrens
Unterhalten sich über den Toyota Mirai und den Deutschen Mobilitätstag am 5. und 6. Juni 2020 in Hannover: Carsten Ahrens (links, Geschäftsführer Autohaus Ahrens) und Eckhard Schulte (Geschäftsführer Deutscher Mobilitätstag. Foto: DMT

Die regionalen Mobilitätsmessen des Deutschen Mobilitätstages decken das Bundesgebiet weitreichend ab. Damit geben wir Unternehmen, Behörden, Handwerkern und interessierten Privatkunden in ihrer Region einen direkten Zugriff auf die Antworten rund um den Mobilitätswandel.

Eines sei an dieser Stelle schon verraten: Wenn über die Preise eines Brennstoffzellenfahrzeugs wie dem Mirai debattiert wird, dann fallen oft Zahlen wie 80.000 Euro. Das Autohaus Ahrens bietet den Mirai aber schon für eine Leasingrate von rund 500 Euro im Monat ohne Anzahlung an. HM

Weitere Infos zum Deutschen Mobilitätstag gibt es hier.