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Fahrrad-Boom: Zehn Zahlen rund ums Bike

Der Fahrrad-Boom in Deutschland hält an: Der Zweirad-Industrie-Verband hat nun spannende Zahlen rund ums Rad für 2020 zusammen gestellt.

Nicht nur große Lücken in den Showrooms der Fahrradhändler im vergangenen Sommer haben es belegt: Radfahren boomt in Deutschland und weltweit. Diese Entwicklung belegen nicht nur die vollen Radwege am Wochenende, sondern objektiv die Marktzahlen der Fahrradbranche aus 2020. Wir geben eine Übersicht über die aktuellen Verkaufs- und Umsatzzahlen und ordnet die Zahlen ein.

1) 5,04 Millionen verkaufte Fahrräder

Im Coronajahr galt das Fahrrad als einer der wenigen Gewinner – das unterstreichen die aktuellen Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV). So wurden in Deutschland 2020 5,04 Millionen Fahrräder verkauft und somit deutlich mehr als noch 2019. Der Zuwachs entspricht rund 17 Prozent. „Gefragt waren Räder aus allen Segmenten: vom E‑Bike bis zum Kinderrad, vom City-Rad bis zum Mountainbike. Viele unserer Fachhandelspartner:innen freuten sich im vergangenen Sommer über eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage bis hin zu teilweise ausverkauften Lagern“, sagt Jacob von Hacht, Geschäftsführer beim Fahrradhersteller Stevens. Laut Ernst Brust, Geschäftsführer beim ZIV, wird diese Entwicklung weitergehen: „Fahrrad und E‑Bike werden auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen. “

2) 1,95 Millionen verkaufte E‑Bikes

Der Boom der Elektroräder ist ungebrochen und hat 2020 mit 1,95 Millionen verkaufter Exemplare ein weiteres Rekordergebnis eingefahren, wie die Zahlen des ZIV zeigen. Bereits 2019 wurden 1,4 Millionen Elektroräder verkauft und somit mehr als Diesel-Pkws. Elektrifiziert werden mittlerweile so gut wie alle Radgattungen. Im Jahr 2020 wurden somit nochmals 43,4 Prozent mehr E‑Bikes verkauft als im Jahr 2019. „Wir rechnen damit, dass in etwa zwei Jahren jedes zweite in Deutschland verkaufte Fahrrad ein E‑Bike sein wird“, prognostiziert Dr. Thomas Leicht, Leiter E‑Bike-Systeme bei Brose. Insgesamt 7,1 Millionen E‑Bikes sind mittlerweile in Deutschland unterwegs.

3) 1.279 Euro für ein neues Fahrrad

Der Durchschnittspreis für ein neu gekauftes Fahrrad liegt in Deutschland laut ZIV mittlerweile bei 1.279 Euro und hat somit erstmals die 1.000-Euro-Marke geknackt. Zum Vergleich: 2014 lag der Durchschnittspreis noch bei 528 Euro und hat sich in den letzten Jahren deutlich mehr als verdoppelt. Das liegt einerseits natürlich an der wachsenden Nachfrage nach E‑Bikes, aber auch an einem wachsenden Qualitätsverständnis der Kunden. „Preise von 2.500 Euro aufwärts sind bei E‑Bikes bereits Normalität und werden von Kund:innen gerne und bereitwillig bezahlt, da sie Qualität wollen“, sagt Anja Knaus, Pressesprecherin beim E‑Bike-Pionier Flyer.

4) 3,73 Millionen importierte Räder

Aufgrund der aktuell angespannten Situation in den Lieferketten stellt sich die Frage, woher der deutsche Fahrradmarkt seine Fahrräder und E‑Bikes bezieht. 3,73 Millionen Fahrräder und E‑Bikes wurden im letzten Jahr importiert. Länder wie Kambodscha (22 Prozent) und Bangladesch (acht Prozent) liegen an der Spitze. Über die letzten Jahre lässt sich jedoch eine Rückholung der Produktion nach Europa feststellen. So haben sich Produktionsstätten in Portugal, Ungarn, Bulgarien oder Polen als Alternativen mit kurzen Transportwegen herausgestellt. Der Anteil der in Deutschland produzierten Räder lag im letzten Jahr bei 2,2 Millionen Fahrzeugen.

5) 6,44 Milliarden Umsatz im Fahrradhandel

Fahrradverkauf, Zubehörgeschäft und Werkstattleistungen: Der deutsche Zweiradhandel hat im letzten Jahr einen Umsatz von 6,44 Milliarden erzielt und somit eine Steigerung von 61 Prozent gegenüber 2019 erreicht.

Der BVZF rechnet mit 340.000 geleasten Rädern in 2020. Foto: JobRad

Trotz Lockdown im März und April konnte sich der Fachhandel über mangelnde Nachfrage also nicht beklagen. „Neben Rädern und E‑Bikes wurde auch eine wachsende Nachfrage nach Zubehörteilen festgestellt“, berichtet Thomas Kunz, Geschäftsführer beim Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ). Der Fachhandel bleibt auch trotz der temporären Schließungen der Hauptvertriebskanal für Fahrradkäufe: Ca. 73 Prozent des Umsatzes wurden im stationären Fachhandel erzielt.

6) 281.000 Arbeitsplätze

Im Jahr 2019 arbeiteten in der deutschen Fahrradwirtschaft rund 281.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Berufen bzw. als Selbstständige. Das geht aus einer Studie der Westfälischen Hochschule hervor, die im Auftrag des ZIV, des Verbund Service und Fahrrad (VSF) und des Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF) erstellt wurde. Die Zahl setzt sich zusammen aus den Bereichen Herstellung (21.000), Handel (43.000), Dienstleistung (2.000) sowie Vor- und nachgelagerte Betriebe (11.000). Den Großteil macht allerdings der Fahrradtourismus aus. Hier sind rund 204.000 Beschäftigte tätig.

7) 11,6 Milliarden Euro Umsatz im Fahrradtourismus

Eine Fahrradtour war im letzten Jahr für viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland eine willkommene Urlaubsalternative zur ausfallenden Auslandsreise. Für 2020 gibt es leider noch keine belastbaren Zahlen, aber bereits 2018 betrug der Umsatz im Fahrradtourismus laut der Studie der Westfälischen Hochschule 11,6 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Leistungen wie Umsatz vor Ort in Form von Übernachtung oder Verpflegung sowie die An- und Abreise per Auto oder Bahn. „Fahrradtourismus war in der Vor-Corona-Zeit schon ein wachsender Markt. Egal, ob als Familienurlaub oder als Abenteuerfahrt im Bikepacking-Modus – die Nachfrage nach Gepäcktaschen als Reisebegleiter hat nochmals zulegen können“, bestätigt Peter Wöstmann, Pressesprecher beim Taschenspezialisten Ortlieb.

8) 340.000 Leasing-Räder

Dienstrad-Leasing ist seit der Einführung 2012 ein stark wachsender Bereich. Immer mehr Beschäftigte nutzen die steuerlichen Vorteile, die sich über die Gehaltsumwandlung beim Erwerb über den Arbeitgeber ergeben. Allein für das Jahr 2020 rechnet der BVZF mit 340.000 neu geleasten Rädern in Deutschland. Die hohen Durchschnittspreise machen den Markt zu einem Wachstumstreiben. Hinzu kommen fahrradnahe Servicebereich wie Versicherungen, Routing oder GPS-Tracking, die ebenfalls beliebter werden. Die Umsatz 2018 im Bereich Dienstleistung betrug bereits 560 Millionen Euro. Der BVZF rechnet allerdings damit, dass die Zahlen schon weit übertroffen sein dürften.

9) 103.200 verkaufte Cargobikes

Cargobikes sind ein wesentlicher Bestandteil für einen Wandel der Verkehrspolitik. „Cargobikes sind praktische Alltagshelfer sowohl für Familien als auch für Gewerbetreibende“, sagt beispielsweise Jörg Matheis, Head of Communications beim Hersteller Riese & Müller. 2020 wurden in Deutschland 103.200 der Transporträder verkauft, rund 78.000 Modelle davon mit E‑Motor. Deutschland ist dabei der größte europäische Markt. Aber auch in anderen Ländern nimmt das Thema an Fahrt auf. Der Lobbyverband Cycling Industries Europe (CIE) hat eine Umfrage unter 38 Cargobike-Marken über das erwartete Wachstum durchgeführt. Das Ergebnis: Von 2018 auf 2019 konnte der Cargobike-Markt bereits um 60 Prozent zulegen, für 2020 wird ein weiteres Wachstum um nochmals über 50 Prozent in ganz Europa prognostiziert.

10) 76 Millionen Euro Umsatz per Lastenrad-Lieferung

Nicht nur bei Privatpersonen, auch bei Logistikern wird das Lastenrad immer beliebter. Rund 76 Millionen Euro Umsatz sollen im letzten Jahr von Lastenrad-Logistikern erzielt worden sein. Diese Zahl veröffentlichte der Radlogistik Verband Deutschland. Dabei beginnt das Wachstum der Branche erst jetzt richtig: In der Corona-Phase haben sich die Lieferungen an die Haustür nochmals erhöht und das Lastenrad ist dafür eine saubere und klimafreundliche Möglichkeit. Aktuell sind rund 100 Unternehmen mit 2.600 Beschäftigten in der Radlogistik tätig, Tendenz steigend. HM/p-df/Titelfoto: vaude.com/pd-f

VCD Bahntest

VCD-Bahntest: Klimafreundlich, aber teuer

Die Kunden der Deutschen Bahn stellen dem Unternehmen ein „befriedigend“ aus. Kritik gibt es vor allem an zwei Punkten.

Die Bahn ist ein Dauerthema, wenn es darum geht, einen Verkehrsträger zu kritisieren. Zu spät, überfüllt, keine Netzanbindung – und dann noch die ständigen Preiserhöhungen. Im Wettbewerb mit dem Flugzeug gerät sie nicht selten ins Hintertreffen, zumal die Preise für Fernfahrten laut dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) um 3,3 Prozent gestiegen sind, während Inlandsflüge um 4,1 Prozent billiger wurden. Im Schnitt kosten 100 Kilometer Fahrt im Fernverkehr rund 12,50 Euro.

Doch das soll sich ja aufgrund der bald geringeren Mehrwertsteuer ändern, zumindest hat die Bahn auf die Preiserhöhung im Dezember verzichtet. Doch wie gut oder schlecht ist sie wirklich? Erwähnter VCD macht sich einmal im Jahr die Mühe, Kunden zu befragen und die Bahn in seinem VCD-Bahntest unter die Lupe zu nehmen.

Lob und Tadel

In diesem Jahr fiel das Urteil zweischneidig aus. Zum einen gibt es Lob vor allem für Klimaverträglichkeit, das unkomplizierte Buchen von Tickets sowie das hohe Sicherheitsgefühl auf Reisen. Auf der anderen Seite gab es Kritik über seitens der befragten Kunden vor allem an der Unpünktlichkeit und hohen Ticketpreisen. Eine Mehrheit der Kunden wünscht der Umfrage zufolge, dass Schülerinnen und Schüler auch über 14 Jahren, Auszubildende und Studierende, Rentner und Menschen mit Behinderungen nicht den vollen Preis für eine Fahrt im Fernverkehr zahlen müssen.

Philipp Kosok, VCD-Sprecher für Bahnverkehr: „Die Fahrgäste sind in wichtigen Punkten unzufrieden mit dem Angebot der Bahn. Die Deutsche Bahn und auch die Bundesregierung müssen sich anstrengen, um ihr selbst gestecktes Ziel zu erreichen, die Fahrgastzahlen bis 2030 zu verdoppeln. Nur so kann es gelingen, Millionen Menschen, die heute mit dem Auto oder dem Flugzeug unterwegs sind, vom klimafreundlichen Reisen auf der Schiene zu überzeugen.“

Insgesamt stellen die Kunden der Deutschen Bahn dem Verkehrsunternehmen die Note „befriedigend“ aus.

Daimler und BMW stark bei neuen Mobilitätsdiensten

Neue Mobilitätsdienste: Die meisten Services finden sich bei den Fahrdienstvermittlungen, sagt eine neue Studie des CAM und carIT.

Geht es um moderne Mobilität innerhalb und außerhalb von Städten, dann haben sich in den vergangenen Jahren einige Mobilitätsdienste zu den althergebrachten (Bahn, Taxi, Auto, Fahrrad) addiert. Spätestens seit dem Streit um das Taximonopol mit Uber kennt man diese Alternativen, aber auch Carsharing ist mittlerweile weit verbreitet. Hinzu kommen Parkplatzdienste oder auch Mikromobilität wie Mieträder oder E-Roller.

Eine neue Studie hat diese Mobilitätsdienste nun untersucht. Auf diesem Markt sind Daimler und BMW führend, wie der neue Mobility Services Report (MSR) ausweist. In der erstmals erstellten Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach und der Fachzeitschrift „carIT“ erreichen die beiden Premium-OEMs, die seit diesem Jahr das Mobility-Joint-Venture „Your Now“ betreiben, in der Gesamtwertung die höchste Servicestärke. Dahinter folgen mit Didi Chuxing und Uber bereits zwei Mobility-Provider aus der neuen Big-Data-Welt.

Mobilitätsdienste
Die meisten der 750 Mobilitätsdienste hat das CAM im Bereich Fahrdienstvermittlung identifiziert. Quelle: CAM

 „Die ‚Mobility as a Service‘ beschreibt die Vision einer bruchlosen, hoch vernetzten Mobilitätskette über verschiedene Verkehrsträger hinweg“, so CAM-Direktor Stefan Bratzel, der am kommenden Donnerstag, 14. November, im Rahmen der DMT Arena über urbane Mobilität referiert. „Neue Mobilitätsoptionen wie Fahrdienste oder Carsharing werden zum zentralen Zukunftsfeld zahlreicher Player und verändern Geschäftsmodelle und Akteurshierarchien im neuen Mobilitätskosmos nachhaltig.“

Entwicklungstrends im Blick

Der nun erstmals herausgegebene Mobility Services Report nimmt die Entwicklungstrends im Bereich der Mobilitätsdienstleistungen in den wichtigsten globalen Märkten in den Blick. Über 750 Services von 180 OEMs, Digital-Playern und Mobility-Providern in den Bereichen Fahrdienstvermittlung, Carsharing, Charging Services, Parkplatzdienste, intermodale Dienste und Micromobility wurden mit in die Analyse mit einbezogen. Um die Stärke der einzelnen Dienstleistungen ermitteln zu können, wurden Indikatoren wie Anzahl der Kunden oder Flottengrößen herangezogen.

Die meisten Dienstleistungen finden sich in der Uber-Domäne Fahrdienstvermittlung (266), es folgen mit deutlichem Abstand Carsharing-Angebote (138), Charging- (125) und Parkplatzdienste (101) sowie intermodale Services (62) und Dienste aus dem Bereich der Micromobility (43). „Momentan befinden wir uns noch auf dem Gipfel eines Hype Cycles“, erklärt Autoexperte Bratzel. „Die Zahl der Services, die derzeit hervorgebracht werden, ist zwar immens, doch nicht alle können am Ende erfolgreich sein. Da wird momentan noch viel ins Blaue experimentiert.“

Didi und Uber stark bei Fahrdiensten

Der Schwerpunkt des diesjährigen Reports liegt auf dem Bereich Fahrdienstvermittlung. In Sachen Marktdominanz und -reife sind hier die beiden Mobility-Provider Didi Chuxing und Uber tonangebend. Didi vermittelt 30 Millionen Fahrten am Tag bei rund 550 Millionen Kunden und einem Marktanteil von 95 Prozent im Heimatmarkt China. Konkurrent Uber kommt auf rund 15 Millionen Fahrten täglich bei rund 93 Millionen Kunden und beherrscht 70 Prozent des US-Marktes, auf dem auch Lyft (30 Prozent) seine Dienste anbietet.

Mobilitätsdienste
Unter den Top und High Performern im MSR finden sich noch vier Autohersteller. Quelle: CAM

Im Service-Ranking des CAM folgen mit größerem Abstand Daimler, Auto-Vermieter Sixt, Lyft und BMW. „Bei Fahrdienstportalen gilt im Besonderen die Formel ‚The winner takes it all‘ oder ‚takes most‘“, sagt CAM-Direktor Bratzel. „Demnach wird nur eine dominante Plattform in einer Marktregion erfolgskritische Netzwerkeffekte generieren und sich damit langfristig durchsetzen können.“

OEMs und Mobilitätsanbieter ringen um den Kunden

In der Gesamtschau liegt die alte Auto-Welt bei den neuen Mobilitätsthemen noch vorne: Daimler und BMW rangieren bei der Servicestärke im CAM-Index bei 700 Punkten. Mit größerem Abstand reihen sich mit Didi Chuxing und Uber bereits zwei neue Mobility-Provider auf Platz drei und vier ein, es folgen Volkswagen, Ford und die Deutsche Bahn im Bereich der High Performer.

Noch in die Top Ten schafft es Google-Mutter Alphabet, die gleichzeitig das Feld der Medium Performer anführt. In der Gesamtwertung eher abgeschlagen sind einige asiatische Hersteller, die sich nur bei wenigen Dienstleistungen behaupten können. „Nach dem Hype um die neue Mobilität wird eine Phase der Marktkonsolidierung folgen, an deren Ende nur wenige kommerzielle Dienste überleben werden“, prognostiziert CAM-Experte Stefan Bratzel.

Der Mobility Services Report 2019 wird am 12. November 2019 im Rahmen des Mobility Circles im Curio-Haus in Hamburg offiziell vorgestellt. Titelfoto: Bosch

Zulassungen

Flottenmarkt legt im Oktober kräftig zu

Im Oktober wurden 12,7 Prozent mehr Pkw zugelassen als im Vorjahresmonat. Stark war besonders ein Segment.

Der deutsche Pkw-Markt hat im Oktober stark zugelegt. Laut dem Marktbeobachter Dataforce stiegen die Zulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 12,7 Prozent. Zum Teil sei dieser Anstieg ein erwartbares Ergebnis, da der Vorjahresmonat noch stark von Lieferverzögerungen infolge der WLTP-Einführung beeinflusst wurde, so Dataforce. Dennoch überrasche die Stärke des Zuwachses, denn mit insgesamt 284.593 Neuzulassungen wurde einer der besten Oktoberwerte seit Beginn der Dataforce-Statistiken im Jahr 2001 erreicht. Nur die Jahre 2005, 2006 und 2009 können ein höheres Neuzulassungsvolumen im Oktober vorweisen, wobei insbesondere in den Jahren 2006 und 2009 die Zulassungen von den Sondereffekten der Mehrwertsteuerumstellung zum 1. Januar 2007 und der Abwrackprämie nach oben getrieben wurden.

Zulassungen
Auf allen Ebenen stark: Der Markt im Oktober. Grafik: Dataforce

Bestwert für Flotte

Bei Betrachtung der Marktsegmente im Oktober 2019 fällt auf, dass vor allem der relevante Flottenmarkt mit einem deutlichen Plus von 26,7 Prozent verantwortlich für das Ergebnis des Gesamtmarkts war. Insgesamt wurden in Flotte 80.396 Pkw zugelassen, was für den Monat Oktober außerdem mit großem Abstand einen neuen Bestwert darstellt. Das zweitbeste Oktoberergebnis konnte der relevante Flottenmarkt mit knapp 70.100 Neuzulassungen in dem Rekordjahr 2017 erzielen.

Mehr Volumen als im Vorjahresmonat konnten auch die sonstigen gewerblichen Kanäle der Sondereinflüsse verbuchen, wobei diese aber eher taktisch geprägt sind. Vor allem der Fahrzeugbau (+ 10,9 %) und der Fahrzeughandel (+ 10,0 %) trieben ihre Eigenzulassungen nach oben. Autovermieter schlossen den Monat mit einem Plus von 5,6 Prozent.

Der Privatmarkt konnte ebenfalls zulegen und übertraf das äußerst schwache Vorjahresergebnis um 6,8 Prozent. Damit liegt das diesjährige Oktobervolumen knapp über dem Durchschnittswert von 97.464 Neuzulassungen der Jahre 2012 bis 2017.

Transportermarkt weiter im Aufschwung

Auch die Zulassungen von leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities übertrafen im Oktober 2019 das Ergebnis des Vorjahresmonats (+ 4,9 %), wobei bis auf die Autovermieter alle Marktsegmente an dieser Entwicklung partizipieren konnten. Während der Relevante Flottenmarkt als anteilsmäßig größtes Marktsegment nur knapp über dem Vorjahreswert lag (+ 0,6 %), ist die Entwicklung des Privatmarkts hervorzuheben, der als einziger Kanal eine zweistellige Wachstumsrate (+ 20,9 %) erreichte. HM/Foto: pixabay

DAT-Barometer: E-Autos bleiben Randerscheinung

Ihr aktuelles Diesel-Barometer hat die DAT den Elektroantrieben gewidmet: Den Kunden kommt es auf den Preis und die Reichweite an.

Im Fokus des aktuellen DAT-Barometers stehen die alternativen Antriebe. Insgesamt 244.622 Personenkraftwagen wurden im September neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich somit ein Plus von 22,2 Prozent. Die bisherige Jahresbilanz weist einen Zuwachs von 2,5 Prozent aus.

Fahrzeuge mit elektrifizierten Antrieben liegen bei 7,9 Prozent. Die größten Anteile haben nicht die E-Autos (21,2%), sondern mit 73,0 Prozent die Hybrid-Pkw. Jedoch sind hier auch Fahrzeuge mit einem Mild-Hybridantrieb und Fahrzeuge mit 48-Volt-Bordnetz eingerechnet sind, die durch einen Benzin- oder Dieselmotor angetrieben werden.

DAT-Barometer
7,9 Prozent der Zulassungen in 2019 sind elektrifizierte Modelle. Grafiken: DAT

Die DAT erforschte diesmal auch die Beurteilungen des Autokäufer hinsichtlich von E-Autos. So sind die wichtigsten Anreize für ein reines Elektroauto ein attraktiver Kaufpreis, gefolgt von Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladestationen rangiert auf Platz 4.

DAT-Barometer
Die Reichweite ist das zweitwichtigste Kriterium.

Als notwendige Reichweite gaben die Endverbraucher durchschnittlich 415 Kilometer für ein E-Auto an. Bei der Betrachtung der medialen Berichterstattung über E-Autos in den letzten drei Monaten gaben 18 Prozent an, sie sei negativer geworden. 38 Prozent empfanden sie positiver.

DAT-Barometer
Umweltfreundlich in der Nutzung, nicht in der Herstellung.

In der eigenen Meinung über E-Autos sagten über die Hälfte der Befragten, die Nutzung sei umweltfreundlich, die Herstellung allerdings nicht. Nur ein Drittel sieht ein E-Auto als perfektes Alltagsauto, 41 Prozent vertritt eine neutrale Haltung bei diesem Thema.

Wenn es um die Anschaffung geht, sehen 45 Prozent ein E-Auto als Zweitwagen, 39 Prozent könnten sich vorstellen, mit einem E-Auto den hauptsächlich genutzten Pkw zu ersetzen.

DAT-Barometer
Das E-Auto wird mehrheitlich als Zweitwagen gesehen.

Insgesamt hat der Automarkt in Deutschland im August etwas an Fahrt verloren: Benzin- und Diesel-Gebrauchtwagen waren weniger gefragt als im Vormonat, Benzin-Neuwagen erfreuten sich dagegen einer konstanten Nachfrage, Diesel-Neuzulassungen waren leicht rückläufig.