E-Autos Doppelbauer

„E-Autos sind in 10 Jahren günstiger als Verbrenner“

In einem Strategiepapier erläutert Martin Doppelbauer, Professor am KIT, die enormen Vorteile des Elektroantriebs: “Der einzig gangbare Weg”.

Die Zukunft ist nicht nur elektrisch, sie ist auch batterieelektrisch. Das ist die Ansicht von Martin Doppelbauer, Professor am Elektrotechnischen Institut (ETI) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). In einem Strategiepapier erläutert Doppelbauer, warum dem batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeug (BEV) im Pkw- und Transporterverkehr die Zukunft gehört.

E-Autos Doppelbauer
Martin Doppelbauer setzt auf den BEV-Antrieb. Foto: KIT

Doppelbauer beschränkt sich in seinem Papier nicht auf den Akku und vielleicht die Rohstoffgewinnung, sondern er bietet ein Gesamtbild der Technologien auch im Hinblick auf die spätere Verwertung nach dem Gebrauch. Die Brennstoffzellentechnologie in Verbindung mit Wasserstoff als Kraftstoff habe gegenüber dem BEV aus vielen Gründen keine Chance.

“Spätestens in 5 Jahren gleiche Preise”

Sogar beim Preis sieht er stark positive Entwicklungen: „Die Kosten der Batterie sinken ständig. Das hat dazu geführt, dass Batteriekapazität und Reichweite von neuen Elektroautos in den letzten Jahren immer größer wurden – trotz etwa konstanten Verkaufspreisen. Zukünftig wird sich die Kapazität abhängig von der Fahrzeugklasse bei 300 bis 600 km Reichweite einpendeln und die Preise werden sinken. Es ist realistisch zu erwarten, dass BEVs in spätestens 5 Jahren preisgleich und mittelfristig (10 Jahre) sogar preiswerter angeboten werden als heutige Fahrzeuge mit Otto- und Dieselmotoren.

“Brennstoffzellen-Pkw sind Unsinn”

Und zum direkten vergleich mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen sagt er: „Um es einmal ganz deutlich zu sagen: Brennstoffzellen-Pkws sind technisch, ökonomisch und letztlich auch ökologisch ein Unsinn. Ebenso unsinnig ist der Aufbau einer Pkw-Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff. Das alles dient einzig den kommerziellen Interessen einiger großer Wasserstoff- und Erdölkonzerne und ist eine Verschwendung von Steuergeldern.

Ich gebe dem Thema Wasserstoff für die Zukunft von Pkws keinerlei Chancen gegenüber Batteriespeichern. Wir täten gut daran, nicht auf eine veraltete und aus grundsätzlichen physikalisch/chemischen Gründen unterlegene Technik zu setzen, denn das bringt den Industriestandort Deutschland in Gefahr. Batterieelektrische Pkw sind der einziggangbare Weg in eine abgasfreie und CO2-emissionsarme Zukunft der individuellen Mobilität“.

Das komplette Strategiepapier können Sie hier downloaden. Die Lektüre lohnt sich. Titelfoto: Volvo

Mercedes EQC

Mercedes Vision EQS: Sprung durch die Zeiten

Den Blick in die (nähere) Zukunft gewährte Mercedes in Tokio. Der EQS soll schon in zwei Jahren auf den Markt kommen – und versetzt schon heute in Staunen.

Gestern, heute, morgen – auf einem Trip nach Tokio kann einem das Zeitgefühl schon einmal abhandenkommen. Erst recht, wenn am Ende der Reise kein Toyota-Taxi wartet, sondern auf dem Parkplatz mitten im Nirgendwo plötzlich der Mercedes Vision EQS auftaucht: Denn obwohl dieses erst vor ein paar Wochen auf der IAA in Frankfurt enthüllte Schaustück ganz real ist, im Hier und Heute steht und sich der nieselgraue Himmel auf dem blanken Lack spiegelt, wirkt er seltsam unwirklich und wie aus einer anderen Zeit. Kein Wunder. Schließlich ist der stolze 5,30 Meter lange Luxusliner ja auch ein Bote aus der Zukunft, der die Mercedes-Kundschaft auf die erste elektrische Luxuslimousine aus Stuttgart einstimmen soll.

Mercedes EQS
S-Klasse und EQ S werden sich nicht nur bei der Technik unterscheiden, sondern vor allem bei der Form. Fotos: Daimler

Mercedes bittet zum Timewarp

Während die halbe Mercedes-Mannschaft gerade mit Hochdruck an der neuen S-Klasse arbeitet, die bereits im nächsten Jahr kommen soll, arbeitet die andere am EQS, der ein Jahr später das Rennen gegen Porsche Taycan, Audi E-Tron GT und allen voran das Model S von Tesla aufnehmen soll. Und anders als GLC und E C sollen die beiden Luxusliner diesmal außer dem Anspruch auf die Spitzenposition im jeweiligen Segment wenig gemein haben. Nicht umsonst entwickelt Mercedes für den EQS und alle kommenden E-Autos deshalb eine komplett neue Architektur, die sich die Vorteile der E-Mobilität voll zunutze machen und deshalb zum Beispiel ein deutlich besseres Package bieten will.

Hunderte von LEDs

Aber S-Klasse und EQS werden sich nicht nur bei der Technik unterscheiden, sondern vor allem bei der Form. Während das etablierte Flaggschiff eher klassisch und damit konservativ auftritt, hat Designchef Gorden Wagener für den EQS einen völlig neuen Stil gefunden: Statt des traditionellen Stufenschnitts setzt er auf einen einzigen Bogen, der die gesamte Silhouette definiert und verzichtet darunter auf nahezu alle Linien, Sicken und Kanten. Und als wäre das nicht schon neu genug, garniert er das mit einer Beleuchtungskonzept, das seines gleichen sucht.

Mercedes EQS
Das Heck wirkt sehr futuristisch.

Mit Hunderten von LED kämpft der EQS deshalb gerade gegen die aufziehende Dunkelheit und wirkt im konturlosen Grau nach dem Abzug eines kleinen Taifuns hier in Tokio nur noch unwirtlicher. Die Scheinwerfer mit ihren rotierenden Linsen schicken eher Hologramme als Lichtkegel in die Dämmerung, hinter dem schwarz verglasten Grill funkeln zahllose Lichtpunkte. Statt konventioneller Rückleuchten haben die Designer über 200 glühend rote Mercedes-Sterne in den Heckdeckel geschnitten, und ein filigranes LED-Band entlang der Nahtlinie der Zweifarblackierung hält alles zusammen.

Es gibt keine Schalter und Anzeigen mehr

All das kennen wir schon aus Frankfurt, doch hier in Tokio bittet Mercedes zu einer Art Timewarp und man muss dafür nicht einmal herumhüpfen wie bei der Rocky Horror Show. Ein kleiner Schritt nach rechts reicht, dann sitzt man bereits hinter dem Steuer und kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Denn so opulent die elektrische Alternative zur S-Klasse von außen wirkt, so schlicht ist sie innen: Digitale Entgiftung nennen die Designer als Leitmotiv und sprechen gerne von einem „hyperanalogen“ Interieur, wenn sie die erschreckende leere Landschaft aus Lack und Leder beschreiben. Es gibt keine Schalter mehr und keine Anzeigen und auch die üblichen Bildschirme sucht man vergebens. Selbst das Lenkrad fällt dieser Idee zum Opfer, wird oben coupiert und macht sich deshalb ganz, ganz klein.

Mercedes EQS
Mit Hunderten von LED kämpft der EQSgegen die Dunkelheit.

Dekorstoffe aus Plastikmüll

Doch keine Sorge, die Besserverdiener von Morgen sind nicht disconnected und auch nicht von der digitalen Welt abgeschnitten. Der ungewöhnlich flache Schwebebalken vor der ersten Reihe ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Art Leinwand, auf die Mercedes alle Anzeigen und Bedienelemente projiziert, wann und wo immer sie gerade benötigt werden. Und damit derweil niemand ein schlechtes Gewissen plagt, gibt es ein nachhaltiges Materialkonzept mit Holz aus heimischen Wäldern, Dekorstoffen aus maritimem Plastikmüll, artifiziellem Leder und Mikrofasern aus recycelten PET-Flaschen.

Während die Designer am großen Rad drehen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen, ist die Technik unter der spektakulären Hülle vergleichsweise bodenständig – aber dafür konsequent. Nachdem Mercedes bislang nur konventionelle Plattformen umgerüstet hat, leisten sich die Schwaben zum ersten Mal eine dezidierte Elektroarchitektur und können alle Packaging-Vorteile nutzen: Die Überhänge werden kürzer und der Innenraum bietet entsprechend mehr Platz und anders als der EQC hat der Vision EQS auch keinen Hängebauch mehr, der Akku verschwindet tatsächlich komplett im Wagenboden.

700 Kilometer Reichweite und mehr

Dabei ist er größer denn je. Denn um adäquate Fahrleistungen zu bieten, wird bei Mercedes mal wieder geklotzt statt gekleckert. 100 kWh soll die Batterie mindestens haben, stellen die Entwickler in Aussicht und versprechen eine Reichweite von über 700 Kilometern. Und weil theoretisch mit 350 kW geladen wird, sind die Zellen binnen weniger als 20 Minuten zu 80 Prozent voll. So schnell wie beim Laden ist die Vision EQS auch beim Fahren: Mit knapp 500 PS und bald 800 Nm beschleunigt der voll variable Allradantrieb in weniger als 4,5 Sekunden auf Tempo 100 und erlaubt mehr als 200 km/h.

Mercedes EQS
Auch das Cockpit ist futuristisch gestaltet.

Zumindest in der Theorie. In der Praxis dagegen bewegt sich der Vision EQS ausgesprochen langsam und vorsichtig und tastet sich auf seinen gewaltigen 24 Zöllern eher voran als dass er wirklich fahren würde. Dabei wirkt er ein wenig hölzern und unhandlich, was dem händischen Aufbau und dem schlichten Fahrwerk der Studie geschuldet ist. In der Serie dagegen wird eine Hinterachslenkung den Wendekreis schrumpfen lassen und eine Luftfederung samt Wankausgleich mit 48 Volt-Technik die Insassen wie auf Wolken betten.

Aus Holz werden Wolken

All das erfährt man bei der Zeitreise am anderen Ende der Welt, während die Begleiter nervös an den Himmel schauen. Denn schon ziehen wieder Regenwolken auf, das Grau verschluckt die Szenerie und ehe man es sich versieht, ist das Showcar sicher im trockenen Lastwagen verstaut. Der Parkplatz, auf dem man eben noch durch die Zeit gereist ist, liegt leer und verlassen da und der Betrachter reibt sich verwundert die Augen – gestern, heute, morgen – einmal mehr hat man in Tokio sein Zeitgefühl verloren. Doch keine Sorge – spätestens in zwei Jahren ist die innere Uhr wieder im Takt – dann steht das Serienauto zur Testfahrt bereit. SP-X

E-Auto Audi

E-Autos von Audi: 15 Modelle bis 2025 geplant

Die Elektrifizierung schreitet voran. Audi will bis 2021 fünf E-Autos auf den Markt bringen. Bis 2025 sollen es sogar 15 sein. Ein Ausblick.

Im kommenden Jahr schwappt eine wahren Elektroauto-Welle übers Land beziehungsweise die Straßen. Doch 2020 soll mit dem E-Auto-Boom längst nicht Schluss sein: Die Automarken überbieten sich beinahe mit der Anzahl der elektrifizierten Modelle in den kommenden Jahren. So auch Audi – werfen wir einen Blick auf die Pläne der Ingolstädter.

Eigentlich war Audi früh dran mit der E-Mobilität. Schon Ende der 80er-Jahre gab es ein Hybridmodell namens „duo“. 2011 zeigten die Ingolstädter die Studie eines A2-Nachfolgers – mit batterieelektrischem Antrieb. Doch der City-Stromer verschwand wieder von der Bildfläche. Man überließ den BMW-Kollegen mit ihrem Carbon-i3 den Vorsprung durch Technik. Auch ein elektrischer A1 mit Wankel-Range-Extender schaffte es bei Audi nicht in die Serie. Und nach wenigen Exemplaren vom R8 e-tron zog man schließlich ganz den Stecker.

Schneller als Mercedes

Trotz dieses Rückziehers hat Audi den Anschluss zu seinen deutschen Premium-Wettbewerbern nicht verloren. Im Gegenteil, mit dem elektrischen SUV e-tron war man sogar früher am Markt als Mercedes mit dem EQC. Und aus München war nichts zu befürchten. BMW verlor nach seinem Hightech-i3 den Mut für Anschlussmodelle.

Jetzt will Audi in Sachen Elektrifizierung den Ton angeben und mindestens die nächsten Jahre auf der Pole Position fahren. Bis 2025 sollen nicht weniger als 30 Plug-in-Hybride und 20 Elektromodelle die vier Ringe im Grill tragen. Vier Architekturen stehen dafür parat. Die Nummer eins heißt MLB evo, eine auf E-Antrieb adaptierte Plattform. Auf ihr basiert der e-tron. Schon im November in Los Angeles stellt Audi hierzu das Coupé-Derivat vor, den e-tron Sportback, vor. Er wird im ersten Halbjahr 2020 in den Markt gehen und die gleiche Technik unterm Blech haben. Ein Jahr später soll es davon allerdings noch ein Performance-Variante geben.

e-tron GT: Gleiche Plattform mit dem Taycan

Mit dem e-tron GT gelang Audi ein bildschönes, viertüriges Coupé. Es teilt sich die Plattform (J1) mit dem Porsche Taycan, erhält damit ebenfalls die 800-Volt-Systemspannung, bleibt aber in der Leistung mit 434 kW/590 PS unterhalb des Zuffenhausener Sportwagens. Der GT gilt intern als „Signature Car“ und ist klar gegen das Model S von Tesla positioniert. Ende 2020 soll der e-tron GT im Handel sein.

Parallel zur J1-Plattform entwickelt Audi gemeinsam mit Porsche die PPE-Architektur. Sie deckt das Oberklasse- und Luxussegment ab. Die Abkürzung steht für Premium Platform Electric. Die Plattform erhält ebenfalls 800 Volt und wird mittelfristig die J1 ablösen. PPE ist sowohl für Flach- als auch für Hochboden-Architekturen einsetzbar. Sie lässt zudem Änderungen in Radstand und Spurweite zu, so dass praktisch sämtliche Elektrofahrzeuge des C- und D-Segments möglich sind, seien es Limousinen, Kombis, Crossover und SUV. Die Reichweiten sind jeweils für 500 Kilometer und darüber ausgelegt. Die ersten PPE-Fahrzeuge will Audi ab 2023 im Handel haben.

Q4 e-tron: Erster Vertreter auf der MEB-Plattform

Architektur Nummer vier ist der MEB von Volkswagen. Er dient in Ingolstadt dafür, die elektrische Modellpalette im Kompaktsegment abzudecken. Erster Vertreter wird der Q4 e-tron sein, äußerlich so lang wie ein Q3, aber mit dem Platzangebot eines Q5. Vorgesehen sind zwei Batteriegrößen. Anfang 2021 soll der Q4 e-tron zu kaufen sein. Auf MEB folgen weitere Kompakt-Stromer. Vielleicht traut sich Audi dann endlich, auch einen würdigen A2-Nachfolger auf die Räder zu stellen.

Brüssel bildet für Audi das Leitwerk der Elektromobilität. Dort laufen e-tron und e-tron Sportback vom Band. Zwickau ist für den MEB (Q4 e-tron) zuständig. Der e-tron GT (J1) wird in Neckarsulm gebaut. Wo die Produktion der späteren PPE-Modelle erfolgen soll, ist laut Audi noch offen. Zur Auswahl stehen die beiden Standorte Neckarsulm und Ingolstadt. SP-X/Foto: Audi

E-Autos 2020

E-Autos 2020: Die große Welle rollt an

Von den Micro-Cars bis zu den Transportern, von den „Chinesen“ bis zu den Start-ups – eine Übersicht der E-Autos, die 2020 auf den Markt kommen.

In der Öffentlichkeit, in vielen Foren, auf Veranstaltungen und am Stammtisch wird derzeit heiß darüber diskutiert, welches wohl das beste Antriebskonzept für die CO2-ärmere Mobilität der Zukunft sein kann. Und wie man denn den Wandel vom Verbrenner auf Alternativen vollziehen sollte. Während diese Diskussion immer hitziger wird, schafft die (europäische) Politik Fakten. Durch die CO2-Vorgabe von 95 Gramm je Kilometer und drohenden Strafzahlungen für deren Überschreitung haben die Hersteller sich ins Zeug gelegt, um 2020 so viele E-Autos wie möglich auf die Straße zu bringen.

Na also, es geht doch! Der aufmerksame Beobachter lernt, dass politische Vorgaben und drohende Strafen durchaus erzieherischen Effekt haben. Und dass der Wandel nicht von der Industrie ausgeht. Dass der deutschen Politik der Mut dafür fehlt, wissen wir ja nicht erst seit dem umstrittenen Klimapaket. Das kommende Jahr könnte also der Startschuss sein für eine elektrische Auto-Zukunft. Schauen wir uns die Kandidaten an, die nicht selten einiges an Überzeugungskraft bieten.

Micro-Cars

Ob das auf Micro-Cars zutreffen wird, scheint eher fragwürdig. Das Beispiel Renault Twizy hat gezeigt, dass man mit energetisch vernünftigen, jedoch bei Technik und Sicherheit unterlegenen Autos nur wenige begeistern kann. Dennoch werden wir wohl auch in diesem Segment einige Neuheiten wie etwa den Isetta-Klon Microlino beziehungsweise seinen Zwilling Karolino von Artega, den Citroen Ami One oder den Seat Minimo erleben, die allesamt übrigens bereits ab 16 Jahren gefahren werden dürfen.

E-Autos 2020
Smart baut künftig nur noch E-Autos. Foto: Daimler

Kleinwagen

Auch im Kleinst- und Kleinwagen-Segment wird es schon bald ein deutlich breiter gefächertes Angebot geben. Nicht wirklich neu sind die frisch gelifteten Autozwerge der Daimler-Tochter Smart, die künftig nur noch elektrisch fahren. Technisch bleibt es mit 160 Kilometer Reichweite beim Einsatzgebiet Stadt. Auch preislich wird sich vermutlich wenig ändern. Smart Fortwo und Fourfour sind eng mit Renaults Twingo verwandt, welchen die Franzosen kommendes Jahr elektrifizieren wollen.

Eine ebenfalls lediglich überarbeitete E-Neuheit ist der VW Up, der bei den Konzerntöchtern Skoda und Seat Citigo E beziehungsweise Mii Electric heißen wird. Auch diese Kleinstwagen wird es künftig nicht mehr mit Verbrenner geben. Doch in allen drei Fällen gibt es größere Batterien und damit deutlich mehr Reichweite als einst beim E-Up: 260 Kilometer erlauben auch Überlandfahrten. Und die drei E-Minis aus dem VW-Konzern sind mit 20.650 bis rund 22.000 Euro sogar deutlich günstiger geworden. Noch keine konkreten Informationen, aber zumindest eine Ankündigung für seinen Marktstart kommendes Jahr gibt es außerdem für einen elektrischen Fiat 500.

E-Autos 2020
Einer von dreien aus dem PSA-Konzern: Peugeot e208. Foto: PSA

Kompaktwagen

Auch eine Klasse drüber kündigen sich gleich mehrere Neuheiten an. Ebenfalls im Dreier-Pack wird PSA seinen neuen Elektrokleinwagen alias Opel Corsa-e, Peugeot 208e und DS3 Crossback E-Tense auf den Markt bringen. Bei rund 30.000 Euro geht es hier mit dem Opel Corsa-e los, der gute Fahrleistungen und ordentliche Reichweite bietet: Die 50-kWh-Batterie soll für 330-WLTP-Kilometer reichen. Rund 34.000 Euro muss investieren, wer sich einen Honda E zulegen will. Dieser bietet Retrocharme, einen flotten Antrieb und einen coolen Innenraum. Mit seiner 35,5-kWh-Batterie sind allerdings nur 220 Kilometer Reichweite drin. Ähnlich lifestylig ausgerichtet wie der Honda E ist auch der Mini Cooper SE, der mit 33-kWh-Akku, 270 Kilometer Reichweite und einem Preis ab 32.500 Euro auch recht ähnliche Eckdaten wie der japanische Mitbewerber aufweist.

E-Autos 2020
Der Star unter den Neulingen 2020: VW ID.3. Foto: VW

Die fraglos wichtigste E-Neuheit 2020 ist der kompakte ID.3, mit dem VW der E-Mobilität zum großen Durchbruch verhelfen will. Ein gefälliges Design, ein geräumiger Innenraum sowie gute Fahrleistungen in Kombination mit gehobenen Reichweiten sind zusammen mit einem moderaten Einstiegspreis von rund 30.000 Euro der entsprechende Schlüssel zum erhofften Erfolg. Die MEB genannte Plattform des ID.3 wird noch vielen weiteren Modellen des VW-Konzerns als technische Grundlage dienen. Seat und Skoda haben mit El Born und Vision iV bereits Studien der entsprechenden Schwestermodelle gezeigt, die ebenfalls mit vermutlich sehr ähnlichen Eckdaten wie der ID.3 noch 2020 an den Start gehen sollen.

SUV

Breiter wird auch das Angebot elektrisch getriebener SUV werden. Volvo wird Ende 2020 den über 400 PS starken XC40 Recharge bringen, der 400 Kilometer Reichweite bieten soll. Der Schwede wird auf der gleichen Plattform aufsetzen wie sein ebenfalls für 2020 angekündigter Konzernbruder Polestar 2, der schon im Sommer zu Preisen von 59.000 Euro starten soll. Wohl eher zum Ende des Jahres wird zudem Ssangyong sein erstes Elektro-Modell auf den Markt bringen, der 2018 mit der Studie e-SIV angedeutet wurde, mit 61,5-kWh-Batterie und 450 Kilometer Reichweite.

E-Autos 2020
Schafft 80 Prozent Ladung in 40 Minuten: der neue VolvoXC40 Recharge. Foto: Volvo

Auch Mazda hat mit dem E-SUV MX-30 seinen ersten Stromer vorgestellt, der sich mit 35,5-kWh-Batterie und 200 Kilometer Reichweite als Zweitwagen empfiehlt. Gut doppelt so weit dürfte der fürs Frühjahr von BMW angekündigte iX3 werden. Mit 600 Kilometer eine sogar dreifache Reichweite verspricht Ford für sein unter dem Projektnamen Mach 1 angekündigten Crossover, dessen Design Zitate vom Mustang aufnehmen soll.

Sportwagen

Auch im Segment der Sportwagen wird sich etwas bewegen, und das ziemlich schnell. Taycan heißt die Porsche-Flunder, die in der Topversion Turbo S mit 560 kW/762 PS den Sprint in 2,8 Sekunden schafft und maximal 260 km/h erreicht, preislich allerdings in der abgespeckten Basis bereits sechsstelliges Niveau erreicht. Nicht ganz so sportlich und mehr auf Komfort ausgelegt dürfte der mit dem Taycan technisch eng verwandte Audi E-Tron GT werden, der für Ende 2020 angekündigt wurde.

Transporter

E-Autos 2020
Bis zu 360 Kilometer Reichweite soll die E-Version des Fiat Ducato bieten. Foto: Fiat

Auch bei den Transportern tut sich einiges. Streetscooter will seinen Work aufpeppen, der geräumiger, schneller und komfortabler wird. Mercedes bietet ab Frühjahr mit dem EQV eine elektrifizierte V-Klasse mit 90 kWh und 400 Kilometer Reichweite. Fiat will den Lieferwagen Ducato zeitnah in einer E-Version auflegen, nennt aber noch keine Details. Zudem kombiniert Renault die elektrischen Lieferwagen Kangoo und Master künftig mit einer Brennstoffzelle, die als Range Extender fungiert.

Brennstoffzelle

Apropos Brennstoffzelle: Toyota hat soeben die zweite Generation des wasserstoffgetriebenen Mirai enthüllt, der wohl noch 2020 mit 650 Kilometer Reichweite antreten wird.

Neues aus China…

Ansonsten haben sich noch einige Newcomer aus China angekündigt. Für Aufsehen sorgen dürfte der Byton M-Byte, der als „Smartphone auf Rädern“ angekündigt wird und zudem hohe Reichweiten bieten soll. Die Preise starten bei 53.300 Euro. Aiways hingegen sieht für seinen ab April verfügbaren U5 mit 500 Kilometer Reichweite nur ein Leasing-Konzept vor. Eine Nummer kleiner ausfallen wird der ebenfalls aus China stammende MG ZS EV, der mit 44,5 kWh rund 260 Kilometer weit kommen soll. Auch Geely, Mutterkonzern von Volvo, plant 2020 den Markteintritt in Deutschland unter anderem mit den Marken Lynk & Co und Geely.

…und von den Start-ups

Und dann wären da noch die Start-ups: Im Frühjahr endgültig auf den Markt kommen soll der Kleinstwagen-Stromer E.Go Life aus Aachen, der ab rund 16.000 Euro zu haben ist. Die ebenfalls deutsche Firma Sono Motors will im Sommer mit dem kleinen Van Sion starten, der zu Preisen ab 25.500 Euro als Besonderheit eine integrierte Photovoltaikanlage bietet. Das Schweden-Projekt Uniti mit dem One scharrt ebenfalls mit den Hufen. Deutsche Kunden werden allerdings wohl erst 2021 bedient. HM/SP-X

Elektromobilität

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch

Elektromobilität in Deutschland: Laut dem Mobilitäts-Monitor von LeasePlan würden sich 28 Prozent für ein E-Auto entscheiden. Problem Infrastruktur.

Die international tätige Fullservice-Leasinggesellschaft LeasePlan veröffentlicht jährlich den Mobilitäts-Monitor, eine internationale Umfrage zu den Herausforderungen, die Autofahrer und die Automobilindustrie erwarten. Partner ist das weltweit führende Marktforschungsinstitut Ipsos. Aus dem diesjährigen Mobilitäts-Monitor hat LeasePlan nun das erste Schwerpunktthema „Elektrofahrzeuge und Nachhaltigkeit“ veröffentlicht. Befragt wurden mehr als 4.000 Personen in 16 Ländern.

Die wichtigsten Ergebnisse

Mehr Menschen sind Elektrofahrzeugen gegenüber inzwischen positiv eingestellt, weil sie helfen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Luftqualität in Städten und Ortschaften zu verbessern.

  • Insgesamt gaben 61 Prozent der Befragten an, die emissionsfreie E-Mobilität positiv zu bewerten. In Deutschland stehen 43 Prozent der befragten Personen E-Mobilität positiv gegenüber. Knapp ein Drittel sagte, dass sich ihre Meinung zum Thema Elektroantrieb in den letzten drei Jahren positiv entwickelt hat.
  • Von den Befragten, die in den kommenden fünf Jahren ein Fahrzeug leasen möchten, würden sich 40 Prozent als nächstes für ein Elektrofahrzeug entscheiden. Bei denen, die planen, ein Fahrzeug zu kaufen, sind es 36 Prozent, die auf ein Elektrofahrzeug entfallen. In Deutschland liegen die Zahlen mit 25 Prozent (Leasing eines Elektrofahrzeugs) und 28 Prozent (Kauf eines Elektrofahrzeugs) darunter.
  • Die Vorteile der E-Mobilität zeichnen sich immer deutlicher ab. 60 Prozent derjenigen, die in den kommenden fünf Jahren auf E-Autos umsteigen möchten, nannten niedrigere CO2-Emissionen und niedrigere Kosten für den Ladestrom als Hauptgründe. In Deutschland begründeten es 48 Prozent der Befragten mit niedrigeren Kosten und 45 Prozent mit niedrigeren Emissionen.

Dringend erforderlich: Die entsprechende Infrastruktur

Zwar bewertet die Mehrheit der befragten Personen Elektrofahrzeuge positiv, doch Bedenken zur Praktikabilität und Infrastruktur hindern die Menschen am Umstieg.

  • 51 Prozent nannten eine mangelhafte Ladeinfrastruktur als Hindernis für den Kauf eines E-Autos. In Deutschland lag die Zahl mit 59 Prozent noch viel höher. Die sogenannte „Reichweitenangst“ hält 45 Prozent der Befragten insgesamt und 73 Prozent der deutschen Befragten vom Umstieg auf ein E-Auto ab. Damit sind die deutschen Fahrer die mit der größten Angst davor, dass die Ladung des Fahrzeugs nicht ausreichend sein könnte, um eine bestimmte Strecke zu beenden, und dass sie mit dem Auto liegen bleiben könnten. Für 61 Prozent ist auch der Anschaffungspreis ein wesentliches Kriterium gegen den Kauf eines Elektrofahrzeugs in Deutschland.
  • Insgesamt 80 Prozent derjenigen, die nicht auf E-Autos umsteigen möchten, gaben den Mangel an öffentlichen Lademöglichkeiten als Begründung an. Die deutschen Befragten hingegen betrachten sowohl die Möglichkeiten für das Laden zuhause (71 Prozent) als auch im öffentlichen Raum (75 Prozent) als unzureichend. Beim Laden am Arbeitsplatz sehen alle Befragten die wenigsten Probleme.

„Mehr Interesse an Elektromobilität“

Elektromobilität
„Unsere deutschen Kunden interessieren sich mehr und mehr für Elektromobilität”: Roland Meyer, Geschäftsführer von LeasePlan Deutschland. Fotos: LeasePlan

Tex Gunning, CEO von LeasePlan erklärt: „Unser Mobilitäts-Monitor 2019 zeigt, dass die öffentliche Nachfrage nach emissionsfreier Mobilität weit über der derzeit verfügbaren E-Infrastruktur liegt. Das müssen wir ändern – und zwar jetzt. Die EU-Kommission muss – zusammen mit den Landesregierungen und lokalen Behörden – der Forderung der Bürger nach einer emissionsfreien Mobilität durch Investitionen in eine umfassende, europaweite Ladeinfrastruktur nachkommen. Nur durch gemeinsames, entschlossenes und zeitnahes Handeln können wir den Kampf gegen den Klimawandel gewinnen und die Luftqualität in unseren Dörfern und Städten verbessern.“

Und Roland Meyer, Geschäftsführer von LeasePlan Deutschland, ergänzt dazu: „Unsere deutschen Kunden interessieren sich mehr und mehr für Elektromobilität. Wir erleben eine stärkere Nachfrage. Aber in der Praxis gibt es neben der Reichweitenangst weitere Hürden, die einem schnellen Umstieg im Wege stehen. Die langfristige Unterstützung der Elektromobilität ist ganz wichtig – einerseits durch staatliche Förderung wie den Umweltbonus zur Senkung des Anschaffungspreises und andererseits durch die Versteuerung des geldwerten Vorteils mit 0,5 Prozent als Anreiz für die Fahrer von dienstlich genutzten Elektroautos und Plug-ins.“

Im Rahmen des Mobilitäts-Monitors werden Personen in 16 Ländern befragt, darunter: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Spanien, Türkei und die USA.