Hyperloops: Per Rohrpost durch die Welt

Hyperloops gehören zu den spannendsten Mobilitätskonzepten der Zukunft. Verschiedene Firmen arbeiten derzeit erfolgreich an ersten Prototypen.

Wie schon in den vergangenen Jahren, hat auch in diesem Jahr das Team der Technischen Universität (TU) München die Hyperloop Pod Competition gewonnen. Diese ruft niemand geringeres als Elon Musk in jedem Jahr aus. Der SpaceX- und Tesla-Gründer ließ verschiedene Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen vor wenigen Tagen gegeneinander antreten. in einer 1,25 Kilometer langen Röhre mussten ihre Kapseln die höchste Geschwindigkeit aller teilnehmenden Teams erreichen.

Um die Ecke denken

Hyperloops funktionieren wie eine Rohrpost. Kapseln gleiten durch eine Vakuum-Röhre und erreichen so nahezu Schallgeschwindigkeit.

Zum vierten Mal in Folge haben Studenten der TU München den Wettbewerb gewonnen. Foto: TU München

Die Münchner Studenten haben den Wettbewerb zum vierten Mal in Folge gewonnen. Elon Musk hatte den Wettbewerb 2015 erstmalig ausgerufen, um seine Idee eines Hyperloops der breiten Masse zugänglich zu machen und die Forschung dazu anzuregen. Im nächsten Jahr möchte Musk den Schwierigkeitsgrad jedoch erhöhen. Statt den 1,25 Kilometern müssen die Kapseln 2020 zehn Kilometer zurücklegen und eine Kurve meistern. Ob aber eine entsprechende Röhre bis zum kommenden Jahr fertig wird, bleibt abzuwarten. Denn Musks Tunnelbauunternehmen “The Boring Company” zeigte sich den Erwartungen gegenüber skeptisch.

Teststrecke in Frankreich fertiggestellt

Doch nicht nur im Rahmen von Musks Wettbewerben sorgt die Hyperloop-Technologie für Aufsehen. Das Unternehmen Hyperloop TT hat in Südfrankreich eine 320 Meter lange Vakuum-Röhre errichtet und begann im April 2019 mit ersten Tests.

Ein Querschnitt der Röhre durch die die Kapsel von Hyperloop TT rauscht.
Ein Querschnitt der Röhre durch die eine Kapsel rauscht. Fotos: Hyperloop TT

Seit 2013 arbeitet das weltweit agierende Team an ihrer Vision eines Hyperloops und hat das Ziel klar formuliert: Die Zukunft der Mobilität zu schaffen. 39 Patente hat das Unternehmen nach eigenen Angaben eingereicht. Demnach passen in eine Kapsel zukünftig 28 bis 40 Passagiere, außerdem eignet sich die Technologie gut zum Gütertransport.

Kaum Widerstand im Vakuum

Hyperloop TT arbeitet dabei mit einem Magnetschwebesystem namens “Inductrack”. Die Wirkung von sich abstoßenden Magneten ermöglicht eine passive Levitation über eine leitfähige Bahn. Da in der Röhre ein Vakuum herrscht, stoßen die Kapseln bei der Fortbewegung auf nur extrem wenig Widerstand. Die Kapseln werden von einem linearen Induktionsmotor mit elektromagnetischem Antrieb und wiederaufladbaren Batterien angetrieben. Somit ist das System geräuschlos und emissionsfrei.

Lotus Evija setzt technische Maßstäbe

2000 PS, 400 Kilometer Reichweite. Die Zahlen des Lotus Evija lesen sich prächtig. Besonders interessant sind allerdings die Ladezeiten.

Zwölf Minuten laden und der Akku ist wieder zu 80 Prozent voll. Das verspricht die Firma Lotus bei der Vorstellung des neuen Hypercars Evija in London. Das Unternehmen will neue Maßstäbe setzen, nicht nur für sich selbst, sondern für die Automobilindustrie allgemein. Deshalb lesen sich auch die weiteren Zahlen sehr beeindruckend.

Das stärkste E-Auto der Welt

Der Lotus Evija kann auf Wunsch 2000 PS entfesseln und wiegt 1680 Kilogramm. Lotus gibt die Reichweite des neuen Hypercars mit 400 Kilometern an, nennt in diesem Kontext aber auch, dass vorerst nur 130 Fahrzeuge des Typs produziert werden sollen.

Die Mittelkonsole sieht sowohl stylisch als auch sehr komplex aus. Fotos: Lotus

Besonderes Augenmerk haben die Briten auf das Interior des Evija gelegt. Dieses mutet auf den Bildern an wie ein Mischung aus Raumschiff-Cockpit und Flugzeug. Der Evija ist zudem das erste Serien-Straßenauto, bei dem für Fern- und Abblendlicht Lasertechnologie eingesetzt wird. Flügelähnliche Gläser innerhalb der Lichter variieren die Richtung der Scheinwerfer und regulieren das Tagfahrlicht.

Lotus hat viel vor

Die Mittelkonsole verbindet den Platz zwischen Fahrer- und Beifahrersitz mit dem Amaturenbrett, das Lenkrad ist einem Formula-E-Auto nachempfunden.

Besonders haben sich die Briten um das Interior des Evija bemüht.

Lotus-CEO Phil Popham erklärte bei der offiziellen Vorstellung: “Der Evija ist ein Meilenstein für Lotus und markiert die Wiedergeburt einer der renommiertesten Sportwagenhersteller Britanniens.” Und weiter: “Der Evija ist der Beginn für eine neue Reihe von Autos, die folgen werden.” Wer sich den Lotus gönnen möchte, muss allerdings ganz tief in die Tasche greifen. Der Preis liegt bei 1,7 Millionen Pfund. Gebühren und Steuern noch nicht eingerechnet.

Leise und umweltverträglich: Das Silent Air-Taxi

Wenn auf den Straßen kein Platz mehr ist, verlagert sich der Verkehr dann in die Luft? Mit dem “Silent Air-Taxi” stellt das schon bald kein Problem mehr dar.

Forscher der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen haben ein elektrohybrides Kleinflugzeug entwickelt, das bereits 2024 einsatzbereit sein soll. “Silent Air-Taxi” heißt dieses und könnte perfekt als Schnellverbindung zwischen zwei Städten fungieren, denn die Reichweite beträgt satte 1000 Kilometer.

Verlagert sich Verkehr in die Luft?

Dabei erreicht das Air Taxi eine Höchstgeschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde. Laut den Forschern verursacht die Maschine nur in sehr geringem Umfang Lärm. Mittlerweile arbeiten zahlreiche Start-Ups und Großkonzerne wie Daimler, BMW, Airbus und Boeing an ähnlichen Fortbewegungsmitteln.

Ist das die Zukunft?

Vor allem im Bereich autonomer Drohnen, die Passagiere über kleine Strecken transportieren können, bewegt sich viel. Erst im Januar sorgte der Flugzeugbauer Boeing für Schlagzeilen, da die autonom fliegende Drohne PAV einen erfolgreichen Testflug absolvieren konnte. Boeing setzt dabei genau wie Airbus auf VTOL-Modelle. Sprich Flugzeuge, die zuerst senkrecht starten und sich dann in den Vorwärtsflug begeben können. Ob es sich dabei um Zukunftsmusik oder baldige Realität handelt bleibt abzuwarten. (nma/SP-X)

VW ID.3: So sauber ist der Stromer wirklich

Der ID.3 von VW soll das erste massentaugliche Elektroauto sein. Die vielen Vorbestellungen zeigen großes Interesse an dem Fahrzeug, doch verkleinern zukünftige ID.3-Besitzer wirklich ihren ökologischen Fußabdruck?

Laut eigenen Angaben konnte der Mega-Autobauer VW bereits im Mai 15.000 Vorbestellungen für den neuen ID.3 einstreichen. „Die positive Resonanz zeigt uns, dass viele Kunden bereit sind für die E-Mobilität. Die Zahl der Pre-Booker steigt zügig weiter”, so VW-Vorstand Jürgen Stackmann.

Der ID.3 soll die Elektromobilität in eine neue Ära der Massentauglichkeit führen. Foto: VW

Nach mehreren Verschiebungen ist der Release-Termin des massentauglichen Elektroautos auf Sommer 2020 verschoben. Nach einer teureren Sonderedition des Fahrzeuges, die zuerst erscheint, soll die Basis-Version für rund 30.000 Euro auf den Markt kommen. Zusätzlich liefert der Konzern 2000 Kilowattstunden Strom gleich mit.

E-Mobilität wird zur Leittechnologie


VW sieht den ID.3 zudem als gute Alternative für Fuhrparks. Entsprechende Unternehmen hätten alle das Interesse, ihren ökologischen Fußabdruck zu verändern, erklärt Stackmann und tätigt auf dem Pre-Booking-Event in Berlin die zukunftsweisende Aussage: “Wir brechen heute mit unseren Kunden in eine neue Ära auf, Elektromobilität wird für uns zur Leittechnologie”. Laut Medienberichten sei am Rande des Events außerdem zu vernehmen gewesen, dass es den ID.3 zukünftig auch in kleineren und noch günstigeren Varianten geben werde.

Doch wie sauber ist das neue Elektro-Flaggschiff von VW wirklich? VW reagiert auf die zunehmende Kritik, dass die Produktion von Fahrzeug und Batterie mit einem hohen CO2-Ausstoß belastet ist, bevor das Auto auch nur einen Meter gefahren ist. Doch Vorstand Thomas Ulbrich verspricht: „Wenn ein Kunde zum ersten Mal in seinen ID.3 steigt, bekommt er ein CO2-neutrales Fahrzeug“.

An anderer Stelle sparen

Das bedeutet: Der Ausstoß des Klimagases wurde in der Produktion und Lieferkette durch zahlreiche technische Maßnahmen erheblich reduziert, an weiteren Verbesserungen wird gearbeitet. Ulbrich räumt ein, dass etwa ein Drittel der CO2-Belastung vor Übergabe an den Kunden nicht vermeidbar ist. „Diesen Rest an CO2 kompensieren wir als Hersteller, indem wir klimafördernde Maßnahmen überall auf der Welt finanziell unterstützen, die dann in gleicher Höhe CO2 anderswo einsparen“. Ob diese Rechnung aufgeht, ist ohne tiefergehende Informationen natürlich schwer nachzuvollziehen. Möglicherweise bietet sich auf diesem Wege aber die Möglichkeit, E-Autos einer ihrer größten Schwächen zu berauben. Nämlich die umweltschädlichen Herstellungsverfahren. nma/SP-X

VW attackiert Groko: Wo bleiben die Ladesäulen?

Kunden kaufen keine E-Autos, weil die Ladesäulen fehlen. Da ist sich VW sicher. Die Wolfsburger Firma schickt schon bald den elektrischen ID.3 auf den Markt und sieht die Bundesregierung in der Verantwortung, gemachte Versprechen zu erfüllen.

In Deutschland fehlt es an Ladesäulen, findet VW, und sieht die Politik in der Pflicht. Foto: Hubject

Konzeptstudien und Pläne, die in Schubladen versauern, sollen der Vergangenheit angehören. Es scheint, als seien Autobauer aufgewacht. Die Konzerne, die Milliarden an Investitionen in die Entwicklung der sauberen Autos gesteckt haben und jetzt mit den ersten Modellen auf den Markt kommen, fühlen sich von der Politik jedoch im Stich gelassen.

VW investiert 280 Millionen Euro

VW-Vorstand Thomas Ulbrich, in Wolfsburg für die Elektro-Mobilität zuständig, gehört zu den Kritikern und nennt in Berlin ein Beispiel für nicht erfüllte Ankündigungen. Er verweist auf den Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD. In diesem wurden bis 2020 zusätzlich 100.000 öffentliche Ladestationen angekündigt. Der VW-Manager: „Derzeit existieren bislang gerade mal 20.000, nicht viel mehr als zum Zeitpunkt der Groko-Gründung. Hier ist ein stärkeres Engagement der Politik gefragt“. Ulbrich nennt das nur langsam wachsende öffentliche Netz einen „kritischen Erfolgsfaktor für den Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland“. In einer Umfrage hatten 76 Prozent der befragten Autofahrer die unzureichende Anzahl an frei zugänglichen Stationen als Hinderungsgrund für die Anschaffung eines E-Autos genannt.

Ulbrich betont: „Das Aufladen eines E-Autos muss genauso einfach und selbstverständlich werden wie das Laden eines Smartphones“. Er fordert deshalb sofort einen Masterplan für den schnellen Ausbau der Lademöglichkeiten. „Wenn Wirtschaft und Politik ihre Kräfte bündeln, können wir die Herausforderungen bei der Ladeinfrastruktur sehr schnell bewältigen“. Volkswagen selbst will 280 Millionen Euro ausgeben und bis 2025 insgesamt 36.000 Ladepunkte in Europa, viele davon in Deutschland, errichten.  Sie sollen bei den VW-Händlern und an den Standorten der Werke entstehen und in der Regel frei zugänglich sein.

Rundum-Sorglos-Angebote

Der Manager verweist darauf, dass gut die Hälfte aller Besitzer ihr Auto vornehmlich zu Hause laden werden. Alle diese Fragen hat die Politik bisher nicht gelöst. „Bis 2020 müssen alle Hürden abgeräumt werden. Wir brauchen mehr Norwegen und weniger Bürokratie in Deutschland“. Schmerbeck bezieht sich damit auf das Elektro-Musterland in Skandinavien, in dem die Regierung in kurzer Zeit den Weg zum Ausbau der Infrastruktur freigemacht hat.

Um zweifelnde Kunden von E-Autos wie dem ID.3 zu überzeugen, hat VW wie andere Hersteller auch ein „Sorglos“-Paket geschnürt, das dem Kunden fast alles abnehmen soll, was nach dem Kauf des Stromers so erledigt werden muss. Dazu hat der Konzern eine Tochterfirma namens „Elli“ („Electric Life“) gegründet. Sie unterstützt bei der Einrichtung eines privaten Anschlusses, beauftragt spezialisierte Firmen mit der Prüfung des heimischen Stromanschlusses, liefert eine Wallbox bis elf Kilowatt, vermittelt Verträge mit dem Anbieter, der dann möglichst „grüne“ Energie durch die Leitungen schickt.

Zu den weiteren Hilfen für die künftigen Kunden zählt auch das Programm „We charge“. Eine Art Kreditkarte öffnet europaweit den Zugang zu künftig gut 150.000 öffentlichen Ladesäulen, unabhängig vom Stromanbieter. In Modellen des VW-Konzerns ist dieser Service auch mit der Bordelektronik wie dem Navigationssystem verknüpft. Die Karte selbst kann aber auch von Besitzern eines Fahrzeugs anderer Marken zum Bezahlen des Stroms genutzt werden, dann allerdings nicht mit dem Auto direkt zusammenarbeiten. SP-X